Natürlich gibt es eine jenseitige Welt. Die Frage ist nur: wie weit ist sie von der Innenstadt entfernt, und wie lange hat sie offen.
(Woody Allen)
Laut Richard Dawkins verhält es sich mit dem Beweis der Existenz Gottes so wie mit einer Teekanne in der Umlaufbahn des Mars: Man kann die Existenz weder belegen noch wiederlegen. Folgerichtig kann man also die Existenz Gottes trotz aller Wissenschaft auch niemals vollkommen ausschließen, Dawkins etwa geht davon aus, dass Gott zu 98% unwahrscheinlich ist – es besteht also ein Restrisiko von 2%, dass Gott doch existiert.
DIE ZEIT hat heute den Versuch unternommen, das religiöse Pendant zur Existenz der Teekanne in der Umlaufbahn des Mars zu beweisen, nachfolgend zunächst die zu erwartenden 98%, die die Existenz Gottes widerlegen:
Was nützt es auch den Teams aus dem Ligakeller, wenn es am oberen Ende der Tabelle spannend zugeht oder gar gerecht. Von unten betrachtet ist und bleibt die Welt ungerecht. Da hilft kein Fußballgott und auch nicht die Sozialdemokratie.
Aber, dies waren nur die 98%, der eigentliche Gottesbeweis folgt nun:
Bevor die Agnostiker unter den Fußballfans sich jetzt bestätigt fühlen, sollten sie allerdings nach Bremen schauen und vor ihrem geistigen Auge jene Szene ablaufen lassen, die in der 25. Minute zum 1:0 führte. Denn wenn es noch einen Beweis dafür bedürft hätte, dass es einen Fußballgott gibt, dann wurde dieser am Samstag im Weserstadion erbracht. Selbst ein genialer Fußball-Künstler wie Diego kann einen solchen Ball nicht ohne überirdischen Beistand ins Tor bringen.
Bei seiner Bogenlampe zum 1:0 flog der Ball von der Strafraumgrenze eine merkwürdige Kurve über Karlsruhes Torhüter Kornetzky hinweg und senkte sich wider alle physikalischen Gesetze doch noch ins Netz. Ein Tor für die Ewigkeit.
In diesem Sinne:
I Believe In Miracles!
(The Ramones)