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14th November
2007
written by Tobias Blanken

And I like you,
Yeah I like you,
And I like you, I like you, I like you, I like you, I like you, I like you

(Dandy Warhols – Bohemian Like You)

 

Das Weserstadion nach dem Umbau

(Quelle: Bilderstrecke Stadionumbau auf Radio Bremen)

Knapp zwei Monate vor dem Baubeginn wurden gestern die ersten Computeranimationen vom ersten Bauabschnitt des Weserstadions gezeigt. Wie unschwer zu erkennen ist, werden die Flutlichtmasten und das bisherige Dach komplett abgetragen, dafür gibt es einen dritten Rang und ein Dach mit integriertem Flutlicht, welches auch die Zuschauer direkt am Spielfeldrand vor Regen schützt. Die Kapazität des Stadions erhöht sich durch den Ausbau von bisher 42.500 auf rund 50.000; die Begradigung der Kurven wird aufgrund von Kostensteigerungen auf einen zweiten Bauabschnitt verschoben.

Die Umbaukosten belaufen sich auf rund 60 Millionen Euro, die komplett von der Stadiongesellschaft über Kredite getragen werden. Staatliche Zuschüsse wird es nicht geben, was aus ordnungspolitischer Sicht unbedingt begrüßenswert ist. Baubeginn soll Anfang Januar sein, spätestens zur Rückrunde 2008/2009 wird das Stadion dann so wie auf der Computeranimation aussehen. Der Stadionname wird im Gegensatz zu mittlerweile fast allen anderen Stadien nicht verkauft, die Finanzierung sei nach Vereinsangaben auch so gesichert, man müsse also kein Tafelsilber verscherbeln.

Da sich die Anwohner mit ihrer Forderung nach einer Kapazitätsgrenze von 50.000 durchgesetzt haben, wird der dritte Rang in den Kurven – auf der Computeranimation deutlich erkennbar – nicht ganz bis ans Dach reichen; diese Lücke wird erst im zweiten Bauabschnitt geschlossen werden, wenn durch die Kurvenbegradigung Plätze wegfallen. Ein weiterer Wermutstropfen sind die vier Dachträger, auf die aufgrund von statischen Problemen leider nicht verzichtet werden kann. Diese sollen aber nach dem zweiten Bauabschnitt wesentlich besser in den Tribünen integriert sein; die Sichtbeschränkung wir dann deutlich geringer sein.

Trotz der zwei Wermutstropfen freu ich mich tierisch auf das neue Stadion. Die Kapazität von 50.000 passt zu einer relativ kleinen Stadt wie Bremen, so kann man sicher sein, dass das Stadion auch gegen unattraktive Gegner nicht halbleer steht. Und 50.000 können schon eine gewaltige Stimmung erzeugen, das neue Dach dürfte die Akustik zudem merklich verbessern. Das absolut Beste ist aber der dritte Rang. Es gibt nicht viele Stadien in Europa, die drei Ränge haben – also stößt Werder auch hier in die europäische Spitze vor; die Infrastruktur folgt also den sportlichen Erfolgen. Und der dritte Rang ist sehr gut gelungen, er hängt sehr weit über den zweiten Rang und ist deutlich steiler als die beiden alten Ränge, besser kann er in meinen Augen gar nicht gebaut werden. Last but not least: Das alte Weserstadion bleibt nach dem Umbau noch deutlich erkennbar. Sollen die ganzen anderen Vereine doch gesichtslose Turnhallen an Autobahnzubringern errichten, Bremen hat dann ein Stadion, was Geschichte und Modernität in einer der besten Möglichkeiten verbindet.

100% Werder, 100% Stadionausbau.

3 Comments

  1. [...] die geklagt haben. Die anderen Anwohner vom Viertel und vom Peterswerder hatten bereits die Ausbaupläne zur Fußballkathedrale nach der Verabschiedung des neuen Verkehrssystems [...]

  2. hen
    06/03/2008

    wenn das dach tatsächlich so einen schatten auf das spielfeld werfen sollte, dann wird man im fernsehen kaum etwas erkennen können. können architekten nichts aus ihren fehlern (man denke nur an das frankfurter stadion) gelernt?

  3. Tobias Blanken
    06/03/2008

    Keine Ahnung, wie das mit dem Schattenwurf sein wird. Immerhin handelt es sich um eine Computersimulation.

    Aber an die Überlegung habe ich vorher noch nicht gedacht. Frankfurt ist da wirklich mies. Habe aber auch kein Plan, was die Architekten dort anders machen können, da die Dächer mittlerweile weit übers Spielfeld ragen.

    Entweder die Dächer werden durchsichtig – was von der Statik her wohl nicht gehen wird, oder man baut eine Turnhalle wie auf Schalke (Gott bewahre!); mit vollkommen geschlossenem Dach hat man dann wieder ein sauberes Fernsehbild.

    Planlos,
    Tobias Blanken

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