Archive for January, 2008
Wahnsinn mit System: Der UN-Menschenrechtsrat hat die Blockade des Gazastreifens verurteilt. Eingebracht wurde die Resolution von Syrien und Pakistan im Namen der Gruppe der arabischen Staaten und der Gruppe der Organisation der Islamischen Konferenz. Flankiert wurde dieses Vorgehen von Kuba im Namen der blockfreien Staaten.
Syrien, Pakistan und Kuba als eifrigste Verteidiger der Menschenrechte. Wahnsinn. Im Freedom House Jahresbericht von 2008 wurde Syrien als “unfrei” eingestuft, die politischen Rechte in diesem Land wurden mit 7 bewertet, die Freiheitsrechte mit 6. Auf einer Skala von 1 bis 7. Syrien hat also nur haarscharf die volle Punktzahl verfehlt. Pakistan wurde ebenso als “unfrei” eingestuft, die Noten fallen mit 6 und 5 geringfügig besser aus. Dafür hat Kuba sowohl bei den politischen als auch bei den Freiheitsrechten die Note 7 bekommen – schlimmer geht es nicht; volle Punktzahl in der Kategorie Verbrecherstaat.
Obwohl das Vorgehen (mal wieder) unter die Rubrik Realsatire fallen müsste, wurde die Resolution vom Menschenrechtsrat angenommen. Reuters schreibt hierzu:
Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UN) verurteilte die israelische Blockade und verlangte, sie sofort aufzuheben. Die von den muslimischen Staaten vorgelegte Resolution wurde mit 30 zu 1 Stimme angenommen, 15 Länder – darunter Deutschland – enthielten sich, eins nahm nicht teil. Nur Kanada stimmte gegen die Vorlage.
Wenigstens ein Land verweigert sich dem Irrsinn des UN-Menschenrechtsrates, der notorisch von menschenrechtsverachtenden Staaten dominiert wird. Hierzu passt auch, dass Kanada bisher der einzige Staat ist, der an Durban II nicht teilnehmen wird (Via).
“Die Meldung löste umgehend heftige Reaktionen in der internationalen Politik aus. Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte, Deutschland habe kein Recht, eigenmächtig derart scharfe Sanktionen gegen den Iran zu verhängen, zumal die multilateralen Gespräche zum Atomstreit noch laufen würden. Die amerikanische Regierung stellte sich dagegen auf die Seite Deutschlands: Die vom Iran ausgehende Gefahr sei so groß, dass man auch zu drastischen Mitteln greifen müsse. Der deutsche Außenminister Steinmeier schließlich zeigte sich überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben und erklärte, solche Mittel auch in Zukunft einsetzen zu wollen.”
So Spiegel-Online.
Zu schön um wahr zu sein – es handelt sich leider nur um Satire. Statt Bomben: Matthäus in den Iran?
So gesehen auf diesem Video. Da will wohl wer “mal eben Zigaretten holen gehen”, wenn das Schiff am Sinken ist.
Brauchbare Stellungnahmen zur Abriegelung und zum Grenzdurchbruch gibt es hier, hier und hier. Und dazu gibt es noch einen Artikel aus der DIE WELT: Neues Kräftemessen zwischen Hamas und Israel. Außerdem von Ulrich W. Sahm einen Bericht und einen Kommentar – jeweils für n-tv.
John Bolton hat die Wahrscheinlich, dass die US-Regierung noch unter Bush gegen den Iran militärisch vorgeht, auf praktisch gleich null geschätzt; in den folgenden Jahren wird sich seiner Einschätzung nach auch hieran nichts ändern:
“The United States used to have a policy on Iran and recently there was a new push to create a new policy [sic] but sadly, due to the direction American policy is going, it seems that for the next few years the United States will be a bystander to the process.”
“It’s close to zero percent chance that the Bush administration will authorize military action against Iran before leaving office. At the same time in Teheran, they took careful notice of how Israel got into Syria and began preparing for such an action against Iran. Without American policy backing anti-Iran action, Israel should be willing to see itself as a possible last resort.”
Auf ZEITonline findet sich ein Video und ein Kurzbericht von Jochen Bittners Besuch im Museum der Hisbollah in Beirut:
Die israelische Armee sprach von einer “grausamen und zynischen” Äußerung. Noch zynischer aber ist wohl, wie Hisbollah im Beiruter Stadtteil Haret Hreik die Tötung israelischer Soldaten zelebriert. In einem eigens eingerichteten, technisch aufwendigen Museum feiert die Miliz ihre Erfolge des Sommerkriegs 2006. In Zelten und unterirdischen Installationen stellt sie nicht nur erbeutete israelische Armeeausrüstung aus zerfetzten Uniformen aus. In einer Multimedia-Show kann sich das Publikum zudem am Tod israelischer Soldaten in einem brennenden Merkawa-Panzer ergötzen.
Arab editor blames Hamas for Gaza crisis:
A prominent Arab editor on Monday blamed Hamas for the ongoing crisis in the Gaza Strip, saying the Islamist movement had acted “stupidly” by firing rockets at Israel.
“Hamas committed a stupid act when it gave the Israelis an excuse to launch attacks in retaliation for a few antique rockets,” Rashed wrote in the London-based daily Asharq Al- Awsat.
“Prior to that, Hamas committed a big crime against the Palestinian people by overthrowing the Palestinian Authority [in the Gaza Strip]. The Palestinians in the Gaza Strip have suffered a lot because of Hamas’s actions. Hamas is bringing Israel back into the Gaza Strip after it was liberated by the Palestinian groups.”
Das “after it was liberated by the Palestinian groups” ist eine Lüge vorm Herrn (bzw. Allah), ebenso stößt einem “an excuse” auf; aber immerhin wird sogar in Saudi-Arabien erkannt, wer die Palästinenser im Gazastreifen in die Scheiße geritten hat.
In early December, a surprising scene unfolded at Tehran University: 500 Marxist students held aloft portraits of Che Guevara to protest President Mahmoud Ahmadinejad’s policies. Smaller groups of Marxist students held similar protests in several other cities.
Political protest has been harshly suppressed under the current Iranian government, especially dissent linked to the West. But the radical left, despite its antireligious and antigovernment message, has been permitted relative freedom. This may be, analysts say, because, like the government, it rejects the liberal reform movement and attacks the West.
So die New York Times. Islamo? Socialists? What about Islamo-Communism?
“The government paved the way for leftist movements in the country when its best friends became Castro and Chávez,” he said, referring to Fidel Castro of Cuba and Hugo Chávez of Venezuela.
“The whole idea was that any country that was against America was on our side,” he said. “As a result, all communist leaders became the Islamic Republic’s best friends.”
The only person that ever – ever! – told us we should’nt have the freedom of speech is Sean Penn.
(Trey Parker in dem folgenden Clip [ca. Minute 7])
Den angesprochenen Brief (“All best, and a sincere fuck you, Sean Penn”) an Trey Parker und Matt Stone kann man in all seiner Borniertheit und Intoleranz hier bewundern. Passend zu dem Meinungsklima in den USA ist auch das Interview mit Parker und Stone im Reason Magazine:
Reason: A few years ago, Matt, you said, “I hate conservatives, but I really fucking hate liberals.” Who do you hate more these days?
Stone: That’s a tough question. Obviously, South Park has a lot of politics in it, but ultimately we want to make a funny show and a good show. We try not to be, “All right, here’s the point we want to make.” But things like California’s smoking ban and Rob Reiner animate both of us. When we did that Rob Reiner episode [2003’s “Butt Out”], to us it was just common sense. Rob Reiner was just a great target.
That’s when a lot of people started calling us conservative: “How could you possibly rip on Rob Reiner? You must be conservative.”
Parker: A big key to us is that we both grew up in Colorado in the ’80s, and we wanted to be punk rockers. When you were a teenager in Colorado, the way to be a punk rocker was to rip on Reagan and Bush and what they were doing and talk about how everyone in Colorado’s a redneck with a gun and all this stuff. Then we went to the University of Colorado at Boulder, and everyone there agreed with us. And we were like, “Well, that’s not cool, everyone agrees with us.” And then you get to Los Angeles. The only way you can be a punk in Los Angeles is go to a big party and go, “You can say what you want about George Bush, but you’ve got to admit, he’s pretty smart.” People are like, “What the fuck did he just say? Get him out of here!”
Malte Lehming heute im Tagesspiegel über den Umgang mit der Meinungsfreiheit in Deutschland:
Gemeinsam ist diesen Fällen, dass in ihnen eine Gruppe, die man als aufgeklärt, fortschrittlich oder auch “links” bezeichnen könnte, den großen Knüppel schwingt. Dass Freiheit die Freiheit Andersdenkender sei, rufen sie zwar alljährlich auf der Rosa-Luxemburg-Prozession, aber in der Praxis haben Andersdenkende bei ihnen nichts zu lachen. Redeverbote, Berufsverbote, Parteiaustritte: Das sind ihre Waffen. [...] Ist sie erstmal selber an der Macht, wie derzeit in Berlin, werden Dissidenten einfach strafversetzt.
Wer steht souveräner im Sturm? Wer bleibt gelassen? Es fällt auf, dass weder Helmut Kohl noch Angela Merkel jemals die Justiz bemühten, wenn in der Presse Unsinn über sie stand. Ganz anders Gerhard Schröder oder Gregor Gysi, die ihr Beleidigtsein alle Naslang mit Hilfe von Rechtsanwälten kompensieren möchten.
Den ganzen Artikel “Unsouveräne Linke” gibt es hier (Via). Btw.: Welcher Problembär hat doch noch gleich das Titanic-Magazin verklagt?
Die ZEIT hat ein Interview mit Robert Kagan über den Umgang mit China geführt:
[...] aber wir sind in einer klassischen Situation, die sich ergibt, wenn Großmächte aufsteigen und der Rest der Welt damit umgehen muss. Üblicherweise, historisch betrachtet, geht der Rest der Welt damit um, indem er einen Krieg verliert oder gewinnt. Wie vermeidet man diesen natürlichen Konflikt? Ich denke, indem China demokratischer wird.
