Archive for February 6th, 2008

6th February
2008
written by Tobias Blanken

In Italien tobt ein scharfer Streit darüber, ob Israel als Ehrengast zu der Buchmessen in Turin eingeladen werden soll. Neben den üblichen Verdächtigen – Politiker von linksextremen und pro-arabischen Gruppen – meldet sich auch Tariq Ramadan zu Wort, der hierzulande gerne als “Dialogpartner” mit der islamischen Welt hingestellt wird:

Der islamische Fundamentalist Tariq Ramadan, der im vergangenen Jahr bei der Turiner Buchmesse aufgetreten war, rief die arabischen Intellektuellen sowohl zum Boykott der Turiner als auch der Pariser Messe (Salon du Livre vom 14.-19. März) auf, die ebenfalls Israel als Ehrengast geladen hat.

So der Hauptverband des österreichischen Buchhandels. Immerhin bezeichnet der Hauptverband Tariq Ramadan als islamischen Fundamentalisten – eine passende Bezeichnung für jemanden, der gerne mal sein Geld an Hamas-nahe Hilfsorganisationen spendet und daher auch folgerichtig kein Einreisevisum mehr für die USA bekommt. Weiter heißt es in dem Artikel, dass man in Turin jetzt darüber debattiert, ob man gleichzeitig der palästinensischen Literatur einen besonderen Platz auf der Messe zuweisen soll. Da stellt sich mir nur die Frage, was für Literatur gemeint ist. Die palästinensische Ausgabe der Protokolle der Weisen von Zion mit einem Vorwort von Ismail Hanija? Oder der Ratgeber für alle angehenden palästinensischen Politiker Wie reite ich mein eigenes Volk so richtig in die Scheiße – und lasse hierzu keine sich bietende Gelegenheit aus? Oder macht man ein auf Knigge reloaded und präsentiert den Koran – der Mercedes unter den Benimmbüchern (Titanic)? Turin und Paris sind Modemetropolen, da könnte man auch sehr gut dem palästinensischen Frühlings- Sommer- Herbst- und Winteraccessoires schlechthin ein literarisches Denkmal setzen: Wie trage ich den Sprengstoffgürtel wirklich lässig? Oder man bedient die Sachbuchecke mit Klassikern wie Der Kassambau für den palästinensischen Hausgebrauch.

Nachtrag: Auch auf der WELT findet sich jetzt ein Bericht; auf Spirit of Entebbe gibt es unter dem Titel Das Blöken der Lämmer ein Kommentar zu der skurrilen Chose.

Nachtrag 2: Der oben zitierte Absatz wurde geändert. Nun heißt es auf der Seite des Hauptverbandes des österreichischen Buchhandels nur noch:

Vonseiten islamischer Fundamentalisten gibt es Boykottaufrufe sowohl für die Turiner, als auch für die Pariser Messe (Salon du Livre vom 14.-19. März), die ebenfalls Israel als Ehrengast geladen hat.

6th February
2008
written by Tobias Blanken

In der tendenziell ehr linksliberalen Haaretz findet sich seit Monaten der Israel Factor. Dort wird die Haltung der Präsidentschaftskandidaten zu Israel kurz dargestellt; jeweils monatlich wird ein von acht Experten erstelltes Panel aktualisiert, in welchem ein Ranking der Kandidaten vorgenommen wird. Die Skala reicht von 1 (“Worst for Israel”) bis 10 (“Best for Israel”).

Derzeit sieht das Ranking folgendermaßen aus:
The Israel Factor / February 2008

John McCain führt das Feld knapp (aber er führt!) vor Michael Bloomberg an, der noch nicht einmal seine Kandidatur erklärt hat. Hiernach folgt als erste Demokratin Hillary Clinton, die auch noch eine sehr gute 7,5 (Israel is a beacon of what democracy can and should mean) bekommt. Mitt Romney und Mike Huckabee liegen schon weiter abgeschlagen zurück, und Barack Obama bildet mit einer miserablen 5,12 das Schlusslicht.