Archive for February 20th, 2008
Auf “Naher und Mittlerer Osten – الشرق” wird auf die zunehmende Verschärfung des systematischen Mordens in Darfur hingewiesen:
Mit einer breit angelegten Offensive gehen die sudanesischer Armee und die mit ihr verbündeten Janjaweed-Milizen dabei gegen mutmaßliche Aufständische vor. Die Luftwaffe bombardierte dabei in der vergangenen Woche Flüchtlingslager in der Bergregion Jabal Moun.
Eric Reeves berichtet derweil davon, dass unter den Opfern der neuen Offensive auffallend viele Jungen im Alter von 12 – 18 Jahren sind:
“‘There are an unknown number of children aged 12-18 who are missing, especially boys. Nobody knows what has happened to these children,’ Naqibullah Safi, head of UNICEF for West Darfur said.” (UN IRIN [dateline: Nairobi], February 14, 2008)
Given Khartoum’s and the Janjaweed’s well-established pattern of executing younger males on an ethnic basis—the people in this area north of el-Geneina are primarily from the non-Arab (or African) Massaleit and Erenga tribal groups—there is compelling reason to believe that many of these children have been murdered.
Naher und Mittlerer Osten – الشرق berichtet zudem, dass der UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon die Bombardierung der Flüchtlingslager als “inakzeptabel” verurteilt. Letzte Woche hat mir mein Gemüsehändler von Gegenüber einen Euro Wechselgeld zuwenig herausgegeben (vermutlich unwissentlich). Das fand ich inakzeptabel.
In der New York Times fordert Reuel Marc Gerecht von den USA direkte Gespräche mit dem iranischen Mullah-Regime, um aus der bisherigen Sackgasse (The administration’s current approach isn’t working. For selfish and malevolent reasons, China and Russia will not back tough sanctions. Neither likely will the trade-obsessed Germans and the increasingly self-absorbed, America-leery British. Washington and Paris cannot play bad cop alone.) herauszukommen. Die Initiative würde dann endlich wieder auf den Westen übergehen, Iran müsste reagieren – was m. E. eine Umkehrung des bisherigen Aktionsmusters – der Iran agiert, diktiert Tempo und Intensität der Auseinandersetzung – bewirken würde.
Die Argumentation von Reuel Marc Gerecht ist in sich schlüssig. Nach dem Lesen des Artikels fragt man sich, ob die Aufnahme von Gesprächen nicht tatsächlich eine tragbare Option ist – jedenfalls dann, wenn man den Vorgaben von Reuel Marc Gerecht folgen würde.
Zum Artikel: “Attack Iran, With Words” in der New York Times. (Via).