Archive for March, 2008
Auf dem Onlineangebot von der DIE ZEIT gibt es regelmäßige Videobeiträge von Gero von Randow. Der Plot ist denkbar simpel: Der Chefredakteur von ZEIT-online geht in sein Büro, setzt sich an seinen Schreibtisch und palavert ein wenig über die politische Großwetterlage. Im Hintergrund sieht man ein Poster von einem der miesesten Ramones-Alben; Randow selbst gibt sich im Folgenden immer äußerst nonchalant. Einerseits. Andererseits. Nette, ehr belanglose Unterhaltung.
Beim letzten Beitrag über Fitna und dem Vorwurf an die 68er, sie würden sich doch ehr wie ihre Vätergeneration benommen haben, verlässt er dieses Schema ebenfalls nicht. Was ich mich nach dem Beitrag jedoch gefragt habe: Ist Gero von Randow ein heimlicher Fan von Ivo Bozic? Die Mothers of Reaction kamen mir seltsam bekannt vor, auch von Randows trotz-all-dem-Mist-Springer-war-ein-Bollwerk-gegen-den-Antisemitismus habe ich in ähnlicher Form schon mal gelesen . Whatever. Mit seinem 68er Fazit – alles Gute an 68 kam letztendlich aus Amerika – kann ich sehr gut leben. Wie gesagt: Nonchalant, aber trotzdem ehr nett. So wie dieser Blogbeitrag.
Letter of Intent hat zwei Zitate über Afghanistan, Amerika und Deutschland gegenübergestellt. Der geneigte Leser darf nun raten, welches von der NPD und welches von DIE LINKE ist.
Basically, we just got really sick of having to download our own show illegally all the time. So we gave ourselves a legal alternative.
Die menschliche Zivilisation schreitet in großen Schritten voran… Auf der Webseite der South Park Studios kann man jetzt alle South Park Folgen sehen. Einzige Ausnahme: Nach der Erstausstrahlung kann man sich die jeweils neueste Folge eine Woche lang anschauen. Danach ist sie aus rechtlichen Gründen für einen Monat gesperrt. Alles kostenlos & im englischen Original. Die Qualität ist sehr gut, wesentlich besser als auf YouTube.
Gute Gelegenheit für einen Blick zurück… Hier ein paar All-Time Classics:
109 – Starvin’ Marvin
Cartman: You see Starvin’ Marvin, these are what we call appetizers.
311 – Starvin’ Marvin in Space
Guess the little pecker doesn’t like missionaries.
513 – Kenny Dies
Kyle: He just said… “Where’s Stan?”
610 – Bebe’s Boobs Destroy Society
Randy: But Stanley, you can’t let them get in the way of your friends. There are a lot of boobs out there, son. But they’re just boobs; your friends… are forever.
613 – The Return of the Lord of the Rings to the Two Towers
Token: And when the woman has four penises in her at the same time, then stands over the men and pees on them, is that part of being in love too? Five midgets, spanking a man… covered in Thousand Island dressing. Is that making love?
902 – Die Hippie, Die
Hippie: No no, can’t you imagine a place where people live together and like, provide services for each other in exchange for their services?
Kyle: Yeah, it’s called a town.
904 – Best Friends Forever*
Archangel Michael: Oh my God! My God, this battle is epic! Ohh, they’re bringing in their demon dragons! Look at the size of them! My God, this is even bigger than the final battle in the Lord of the Rings movie! It’s like, it’s like TEN times bigger than that battle!
908 – Two Days Before The Day After Tomorrow
Randy: Ladies and Gentlemen, if Global Warming has in fact already caused the Beaverton flood, then this is only the beginning. The effects are going to spread. What we are looking at is a global warming catastrophe the likes of which we’ve never seen.
1006 – ManBearPig
Al Gore: It is a creature which roams the earth alone. It is half man, half bear, and half pig. Some people say that Manbearpig isn’t real. Well, I’m here to tell you know, Manbearpig is very real, and he most certainly exists. I’m serial. Manbearpig doesn’t care who you are or what you’ve done. Manbearpig simply wants to get you! I’m super-serial. But have no fear, because I am here to save you! And someday, when the world is rid of Manbearpig, everyone will say “Thank you, Al Gore. You’re super awesome.
1107 – Night of the Living Homeless
Change!
* Dies ist die Folge, in der der Berater von Satan I will do what we always do: Use the Republicans sagt. Zu der Kontroverse um den Term South Park Republican vs. South Park Libertarian siehe den Artikel “South Park Refugees” im Reason Magazine.
Die mehrheitlich von Kurden bewohnte Gebiete des Iraks haben es in die FTD geschafft. Abseits des deutschen Blätterrauschens (der Irakkrieg war ein riesen Desaster etc.) betrachtet die FTD die Situation ehr pragmatisch. Also aus Sicht von deutschen Unternehmen (fiese, fiese, die Kapitalisten wittern Profite! Böse, böse):
Fünf Jahre nach Beginn des Irakkriegs boomen die kurdischen Städte im Norden – wie Erbil. Ausländische Unternehmen wittern gute Geschäfte. Die Deutschen halten sich noch zurück, aber das Interesse nimmt stetig zu.
Mehr unter: Das blühende Kurdistan.
Die materiell Minderbemittelten waren zumeist in den Linksparteien, die geistig Minderbemittelten in den Rechtsparteien organisiert.
Angesichts der unfreiwilligen Hommage an längst vergangene Zeiten durch den ehemaligen entwicklungs- und abrüstungspolitischen Sprecher der CDU/CSU Fraktion, Jürgen Todenhöfer, haben ein Freund und ich uns heute gefragt, was eigentlich gegen einen Parteiausschluss durch die CDU sprechen würde. Immerhin sind in der Vergangenheit schon Mitglieder aus ihrer Partei wegen Delikten ausgeschlossen wurden, die gegen die Verklärung von irakischen Terroristen (also den Mördern, die geistig behinderten Frauen Sprengstoff umschnallen und dann per Fernzünder auf gut besuchten Märkten zünden) als “legitime Widerstandskämpfer” äußerst harmlos sind. Die SPD macht es ja sogar wegen ein paar Nacktfotos.
Schließlich wird bei seiner Tingeltangel-Tour durch die deutschen Medien immer seine Parteimitgliedschaft genannt, während er die Tötung von amerikanischen Soldaten und irakischen Zivilisten rechtfertigt. Wenn das nicht parteischädigend ist, was ist es dann? Als einzigen Grund, der derzeit dagegen spricht, sehe ich seine Aussage an, dass er den überaus mutigen Versuch wagt, den Deutschen ihre überschwängliche Begeisterung für Amerika, Bush und den Irakkrieg auszureden – womit er vor dem Schiedsgericht der Partei erfolgreich auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren könnte.
Aus aktuellem Anlass ein Hinweis auf einen neuen Artikel von Eric Reeves im Boston Globe: China’s genocide Games.
DIE ZEIT hat zwei Artikel von Josef Joffe freigeschaltet, die sich mit den deutsch-israelischen Beziehungen und dem iranischen Atomwaffenprogramm beschäftigen.
Entwickelt Iran Atomwaffen? Vor wenigen Monaten gab das US-National Intelligence Council Entwarnung. Zu Unrecht.
Wenn Iran, wie der National Intelligence Council behauptet, tatsächlich den Waffenbau eingestellt hätte, warum nimmt es dann lieber weitere Sanktionen in Kauf, als die Hoch-Anreicherung und Schwerwasserproduktion einzustellen – oder zumindest die Anlagen zu öffnen. Dann könnte sich die Welt davon überzeugen, dass das Schwere Wasser nur zu Zwecken der (zivilen) nuklearen Magnetresonanz hergestellt wird. Oder um damit den Stoffwechsel lebender Systeme zu messen.
Ja, warum eigentlich? Bei all den Indizien sollte man die Beweislast endlich umkehren. In den Worten Angela Merkels vor der Knesset: Nicht die Welt muss Iran beweisen, dass der Iran die Atombombe baut. Iran muss die Welt überzeugen, dass er die Atombombe nicht will. Womit wir bei Joffes zweitem Artikel wären.
Deutschland und Israel rücken enger zusammen. Das hilft vor allem der Kanzlerin. Ihr Besuch in Tel Aviv stärkt ihre Position in Europa.
Aber Israel? Das Projekt ist umso rätselhafter, als Angela Merkel mit der Freundschaftsgeste zu Hause nicht punkten kann. Bestenfalls verhält sich das befragte Volk neutral. Nur drei Prozent wollen sich »klar« auf die Seite Israels stellen, 91 votieren für strikte Neutralität im Kampf um Palästina.
Nein, Israel ist nicht populär, weder im Volk noch in den Medien, die überwiegend Kritisches, ja Ablehnendes produzieren. Wie unpopulär, das zeigt jene EU-Umfrage von 2003, wonach zwei Drittel der Deutschen Israel als größte Bedrohung des Weltfriedens ausmachten. Nicht Iran, nicht Nordkorea? Eine höhere Prozentzahl gab’s nirgendwo in Europa.
Dieses nirgendwo in Europa ist beschämend. Aber zurück zu ihren Gründen und dem Artikel:
Kein Kanzler hat es deutlicher gesagt als Merkel 2007 vor der UN-Generalversammlung, die kein Hort der Israelverehrung ist. »Die Existenz Israels«, proklamierte sie mit Blick auf die iranische Atombewaffnung, »ist Teil der Staatsräson unseres Landes. Das heißt, die Sicherheit Israels ist für mich niemals verhandelbar.« Berlin werde sich »entschieden für weitere, schärfere Sanktionen einsetzen«.
Warum so undiplomatisch? Lassen wir die Küchenpsychologie beiseite, wonach die Ostdeutsche Kompensation für den offiziellen Antisemitismus der DDR zu leisten wünsche; Außenpolitik ist kein Fall für die Couch. Vielmehr darf man der Kanzlerin unsentimentalen Reparaturbedarf unterstellen, hatte doch Schröder ihr in der Außenpolitik ein windschiefes Haus vererbt: mit zu viel Neigung gen Putin, Chirac und Arabien zulasten von Bush, England und Israel. Merkel hat das Lot angelegt, die Wände in die Senkrechte geschoben.
Lesenswert.
Werder-Online hat folgendes vermeldet:
Willi Lemke ist am späten Dienstagnachmittag, 18.03.2008, von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zum UN-Sonderberater für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden berufen worden. Werders Vorsitzender des Aufsichtsrates freute sich über die Ernennung: „Ich bin sehr glücklich. Das ist eine unglaubliche Anerkennung.“
Und ich freu mich mit ihm. Willy Lemke hat in den 80′er und 90′er Jahren enorm viel für den SV Werder Bremen und den Fußball geleistet. Das Verdienst wird auch nicht dadurch geschmälert, dass er mittlerweile im Verein zu den stockkonservativen Traditionalisten gehört. Auch dass er mir in der Doublesaison 2003/04 durch seine überharten Attacken gegen Bayern München unangenehm aufgefallen ist geht mittlerweile in Ordnung. Der Mann hat halt seine Verdienste – der Kaiser darf schließlich auch allen möglichen Schmarrn verzapfen.
Er hat die Ernennung zum UN-Sonderberater für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden schlichtweg verdient. Den Posten halte ich zudem für äußerst sinnvoll: Der Sport kann zur Entspannung beitragen. Es sind kleine Beiträge, aber sie zählen: Ob Werder Bremen Fußballausrüstung nach Afghanistan verschickt oder ob der DFB und Personen wie Holger Obermann sich vor Ort engagieren – jeder Beitrag ist auch immer ein Beitrag zum Aufbau einer zivilen Gesellschaft. Ich für meinen Teil möchte jedenfalls nicht mehr davon hören, dass in dem Fußballstadion in Kabul Hinrichtungen stattfinden.
Die UN kann hier wirklich noch viel erreichen – im Gegensatz zu den Politikfeldern, bei denen sie schlichtweg überfordert ist. Oder wo gar der Bock zum Gärtner gemacht wird. Daher: Schuster, bleib bei deinem Leisten. Fördere den Sport. Fördere den Fußball – mit Willy Lemke gibt es ja jetzt auch den richtigen Sonderbeauftragten – aber lass die Finger von der Sicherung des Weltfriedens. Und der Demokratieförderung. Und den Menschenrechten. Mit Sicherheitsratsmitgliedern wie China und Russland wird das eh nichts mehr. Vom UN-Menschenrechtsrat ganz zu schweigen.
Mr. Weltner thinks it was the Zionists who sank the Titanic because Iceberg sounds like a Jewish name.
(Quelle)
Auf Politblog.net kann man das neuste Kapitel der Mutter aller Verschwörungstheorien bewundern. Neben einem hohen Maß an Imagination ist dem Autor eines sicher nicht abzusprechen: Ausdauer.
Normale Leute sind irgendwann gelangweilt, wenn sich der Plot wiederholt. Und wenn man die Story in verschiedensten Variationen schon tausendmal gehört hat. Gerade dann, wenn eben diese Story vor nicht mal 7 Jahrzehnten von Staats wegen überall verbreitet wurde. Nicht so dieser Blogautor. Allen Wiederholungen seit Wilhelm Marr zum Trotz verlegt er den klassischen Plot – es gibt ein Ereignis, hinter dem Ereignis steht eine Verschwörung, hinter der Verschwörung stehen wiederum die Juden – ins heutige New York.
Hier eine kurze Leseprobe aus der x-ten Version mit dem lyrischen Titel “Spitzer tappt in Venusfalle”:
Jedenfalls scheint es plausibel, dass der Prostitutionsring, bei dem Spitzer verkehrte, eine Operation des Mossad ist. Der Hauptdrahtzieher Mark Brener hat nicht nur einen, sondern gleich zwei israelische Pässe.
Interessant wäre, ob neben Spitzer noch andere Spitzenpolitiker der Ostküste im Fadenkreuz der potenziellen Erpresser waren. Hier könnten die schon eine Weile laufenden Ermittlungen weitere Erkenntnisse bringen.Neben dem allgemein bei allen einflussreichen und/oder reichen Personen gültigen Motiv könnte Spitzer das Ziel israelischer Erpressung geworden sein, weil er seinerzeit gegen die Holocaust-Industrie vorgegangen ist. Er war in seiner damaligen Funktion als Oberstaatsanwalt von New York einer der Hauptermittler gegen die Betrüger in der Chefetage des World Jewish Congress. Und mit Opher Hirschsohn war der Sohn des damaligen israelischen Finanzministers ebenfalls eine der Figuren jener Holocaust-Industrie. Eventuell wollten hochrangige Israelis also vorsorgen, falls Spitzer auf die Idee kommen sollte, weitere Schritte gegen deren Einnahmequelle zu unternehmen.
