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9th April
2008
written by Tobias Blanken

Auf der stramm katholischen Internetplattform kreuz.net konnte man schon in der Vergangenheit praktizierenden Rechtsextremismus und Antisemitismus bewundern – oftmals vermischt mit einer richtig dicken Portion aggressiver Homophobie. Man dachte: Schlimmer geht’s nimmer, aber auch da hat man sich getäuscht. Am Sonntag erschien dort der Artikel Hexenwahn, Holocaust und Evolution, bei dem der Leser folgendes erfahren kann:

Woher wußte man, daß Hexen auf Besen durch die Lüfte fliegen können? Was für eine Frage! Man hatte von frühester Kindheit an ständig davon gehört.

Auch waren alle gelehrten Männer jener Zeit davon überzeugt. Außerdem wurde dies in zahlreichen Strafprozessen festgestellt. Somit galt es als offenkundig, daß Hexen auf Besen durch die Lüfte fliegen können.

So, wer jetzt ein katholisches “mea culpa” erwartet, der hat in die falsche Richtung gedacht. Stattdessen geht der Text so weiter:

Heute gilt es als offenkundig, daß sechs Millionen „Juden“ vorwiegend in Gaskammern umgebracht wurden.

Das haben wir in der Schule gelernt. Das haben wir in vielen Fernsehsendungen erfahren. Daran erinnern uns Politiker bei verschienen Anlässen. Alle wissen es. Zwar gibt es Widerspruch.

Den gab es auch zur Zeit des Hexenwahns.

Natürlich kommt auch diese Holocaustleugnung nicht ohne die Frage nach den Profiteuren aus:

Denn der nationalsozialistische Völkermord darf nicht angezweifelt werden. Vielmehr haben wir uns besonders als Deutsche in der Gewißheit desselben ständig Asche auf unser Haupt zu streuen und wegen unserer besonderen Vergangenheit die finanziellen und militärischen Wünsche des Staates Israel zu erfüllen.

Alle anderen geschichtlichen Ereignisse darf man öffentlich anzweifeln und sogar leugnen, nur die Judenvernichtung nicht.

Denn mit diesem schrecklichen Geschehen wird die Sonderstellung des „jüdischen“ Volkes begründet, die zu dessen Machtfülle führt.

Durch ihre Machtfülle kann diese Minderheit nicht nur öffentliche Zweifler am politisch korrekten Geschichtsbild ins Gefängnis werfen lassen, sondern auch Geldströme zu „jüdischen“ Institutionen lenken.

Geschrieben wurde der Artikel laut kreuz.net von Dr. Johannes Lerle (55), einem bekannten Lebensschützer aus Erlangen. Im vergangenen Juni verurteilte ihn das Amtsgericht Erlangen wegen angeblicher Holocaust-Leugnung zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung. Er ist also vorbestraft, sitzt höchstwahrscheinlich noch im Knast – und leugnet von dort aus (gibt es im Knast Internet?) weiter öffentlich den Holocaust. Was hoffentlich ein weiteres Verfahren nach sich ziehen wird. Im Unterschied zu kreut.net, die laut Impressum in den USA beheimatet sind und daher nur schwer von der deutschen Justiz belangt werden können. Verdient hätten sie es dicke.