Archive for July, 2008
Matthias Naß in der ZEIT über den Haftbefehl vom Chefankläger des ICC gegen Sudans Präsidenten Omar al-Bashir:
Niemand, auch nicht der UN-Generalsekretär sollte Druck auf sie ausüben, weil die Anklage wohlmöglich den Friedensprozess in Darfur – von dem ohnehin weit und breit nichts zu erkennen ist – gefährden könnte.
Frieden gegen Gerechtigkeit aufzuwiegen, das hieße in die Falle der Souveränitäts-Apologeten zu laufen. Die finden noch immer eine Parole aus der antikolonialistischen, antiimperialistischen oder einfach antiwestlichen Mottenkiste, um ihrem mörderischen Treiben den Mantel revolutionärer Tugend umzuhängen.
Müsste sich al-Bashir in Den Haag verantworten – zwischen Rangun, Pjöngjang und Harare würden die Mächtigen unruhiger schlafen. Gut so. Möge ihnen Luis Moreno-Ocampo in ihren Albträumen erscheinen. Und möge er ihnen eines Tages den Haftbefehl verlesen.
Schwaben. Langsam werden sie mir sympatisch. Wer so’ne Arschkrampen (via) an der Backe hat kann muss was richtig gemacht haben:
Nein! Ich habe kein Problem mit Schwaben. Habe ich wirklich nicht. Ich kenne sogar Leute aus der Ecke, die ich sehr schätze. Manche haben mich schon zum Rote-Grütze-Essen eingeladen. Andere haben mir extrem leckere Pizza gemacht und leckere Nudeln. Ich hatte sogar mal eine kleine Freundin, deren Vorfahren aus dem Schwabenländle an die Wolga gezogen sind. Gegen Schwaben habe ich nichts.
Und, nein, es handelt sich nicht um verunglückte Satire. Da sieht jemand in dem Schwaben an sich eine größtmögliche Bedrohung für seine Gemeinschaftsutopie – die man heute gewachsene soziale Milieus nennt und erfolglos unter Naturschutz zu stellen versucht.*
Patriotismus. So wie ich ihn mag.
Dummies. Martin Hagen über die mittlerweile wohl dümmste Partei Deutschlands: Einer Sozialdemokratie, die sich ihrer Erfolge schämt, ist nicht zu helfen.
*Das Satzende ist geklaut. Von den durchgeknallten Linksextremen. Genauer: Aus einem sehr guten Aufsatz über Momo, Michael Ende, den Eltern aller Schichten und Tocotronic.