Archive for March, 2009
Das pakistanische Swat-Tal führt drastisch vor Augen, was passiert, wenn man des lieben Friedens willen Deals mit Taliban (welcher Couleur auch immer) macht:
Ihre Häuser sind ihr Gefängnis – denn sobald die Frauen aus dem pakistanischen Swat-Tal sich allein vor die Tür trauen, bringt sie das in Lebensgefahr. Sie haben fast keine Rechte mehr.
Peshawar – Seit fast zwei Jahren führen die radikalislamischen Taliban in dem einst bei Touristen beliebten Landstrich einen brutalen Feldzug gegen die Rechte von Frauen. “Nirgends sind wir mehr in Sicherheit – nicht einmal zu Hause”, klagt eine Lehrerin, die aus Furcht vor den Islamisten nur unter dem falschen Namen Huma Batool reden will: “Wir leben in ständiger Angst vor den Taliban.”
Mehr im Tagesspiegel: Die gefangenen Frauen der Taliban.
Richard Herzinger in der WELT über die UN-Weltkonferenz gegen Rassismus und den UN-Menschenrechtsrat:
Im April findet die zweite UN-Weltkonferenz gegen Rassismus statt. Doch mit aufrichtigem Kampf gegen Diskriminierung hat sie nichts zu tun. Im Gegenteil. Sie ist ein Propagandaforum für Israel-Hasser. Deshalb muss Deutschland sie boykottieren. Und mehr noch: Der UN-Menschenrechtsrat sollte aufgelöst werden.
Das hört sich zunächst nach einer guten Sache an: Am 20. April soll in Genf die zweite UN-Weltkonferenz gegen Rassismus beginnen, „Durban II“ genannt – nach der Vorläuferveranstaltung im September 2001 in der gleichnamigen südafrikanischen Stadt. Doch mit einem aufrichtigen Kampf gegen rassistische Gewalt und Diskriminierung hat „Durban II“ so wenig zu tun wie ein Kongress von Kinderpornografen mit der Verbesserung des Jugendschutzes.
Den ganzen Artikel gibt es hier.
Oder: Früher war auch nicht alles schlecht.
DIE WELT über den Nachfolger von Peter Struck:
Der Verteidigungsminister Franz Josef Jung reist in einer Zeit nach Afghanistan, in der allerorten nach Wegen gesucht wird, das Land vor einem erneuten Abgleiten zu bewahren. Auf die Ansprüche von außen reagiert er gelassen: „Wir führen keinen Krieg, und darum müssen wir auch keinen gewinnen.”
DIE ZEIT über den Nachfolger von George W. Bush:
Die USA haben unter Obama neue Prioritäten in der Außenpolitik gesetzt. So soll die Truppenpräsenz in Afghanistan deutlich verstärkt werden, Einheiten werden aus dem Irak an den Hindukusch verlegt. [...]
Zunächst begrüßten amerikanische Generäle Obamas Strategie für den Irak. Doch die heftigen Terroranschläge der vergangene Tage haben hochrangige US-Militärs umdenken lassen. Um die Parlamentswahl im Dezember abzusichern, sei eine starke US-Streitmacht im Irak erforderlich, sagte Generalleutnant Lloyd Austin, der zweithöchste amerikanische Soldat im Irak. Er lehnt einen weiteren Abzug ab.
Auch der Kommandeur für die Truppen im Irak, Ray Odierno, und der Oberbefehlshaber für den Nahen Osten, David Petraeus, sprachen sich Ende Februar für einen langsameren Abzug aus, um die Sicherheitslage nicht weiter zu verschlechtern. [...]
Oder: If you’re going to Malmö, be sure to wear some flowers in your hair.
Friedlich protestiert die schwedische Friedensbewegung für eine friedliche Lösung des des Nahost-Konflikts:
Nur absolut böse Zungen – Kriegstreiber, Imperialisten, Zionisten! – würden angesichts dieser friedlichen Bilder behaupten, dass der Mob seiner Aggression freien Lauf lässt, weil Juden sich anmaßen, einfach nur Tennis spielen zu wollen. Und dass der Mob durch die schwedische Elite (“In dieser Situation sollte überhaupt kein Match gegen Israel gespielt werden”, da eine Davis-Cup-Partie gegen israelische Tennisspieler eine “Provokation für die in Malmö lebenden Araber” ist – so Malmös sozialdemokratischer Bürgermeister Ilmar Reepalu) in seinem Hass nur weiter angestachelt wurde.
Oder: Money Left to Burn.
Der Klingelbeutel geht rum und ist mit 4,5 Milliarden Dollar gefüllt. Während die Kriegsgewinnler fette Profite machen profilieren sich deutsche Ministerien auf ihren Webseiten als Satiriker.
Sowas dürfte nicht mal John Maynard Keynes gewollt haben.
Evelyn Finger rezensiert in der ZEIT Corpus Delicti von Juli Zeh:
Juli Zeh stellt sich den Staat als Gesundheitsdiktatur vor. In ihrer scharfsinnigen Zukunftsvision “Corpus Delicti” ist der perfekte Körper das höchste Gut.
Alles beginnt mit einem weiten Kameraschwenk über die stille Oberfläche des Planeten, wie er Mitte dieses Jahrhunderts vielleicht aussehen wird. Saubere Städte, umrankt von sauberer Natur und geputzten Industrieruinen. Solaranlagen neben Magnetbahntrassen. Geflutete Tagebaue, deren glatte Oberflächen den entgötterten Himmel spiegeln. Nur Google Earth blickt noch aus der Vogelperspektive auf die Schöpfung herab, und wenn man näher ranzoomt, landet man in einem deutschen Amtsgericht, das soeben einen Fall nachlässiger Gesundheitsvorsorge verhandelt. Eine junge Frau namens Mia Holl hat ihren »Schlafbericht« nicht eingereicht, ihren Blutdruck nicht gemessen und ihre sportliche Leistungskurve absacken lassen. Wegen dieser Pflichtvergessenheit gegenüber sich selbst, die eine Schlamperei gegenüber der Gemeinschaft ist, weil das Selbst als deren kleinste Funktionseinheit ständiger Kontrolle bedarf, wird die Delinquentin zunächst verwarnt.
Mehr in der ZEIT: Das Buch der Stunde.
Oder: Deiche brechen richtig oder eben nicht.
Pakistan macht Schule:
Somali President Sheikh Sharif Sheikh Ahmed said Saturday he will give in to a rebel demand that he impose Islamic law, or sharia, in an effort to halt fighting between Somali forces and Islamic insurgents.
However, Ahmed told a news conference he won’t agree to a strict interpretation of the law, which forbids girls from attending school, requires veils for women and beards for men, and bans music and television.
Mehr auf CNN: Somali president bends to rebel demand for sharia law.
