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12th January
2010
written by Tobias Blanken

Aus dem aktuellen WELT-Artikel* über den neuen Jahresbericht von Freedom House:

Die Organisation bezeichnet sich als unabhängig und überparteilich, wird aber zu etwa zwei Dritteln aus Geldern der US-Regierung finanziert.

Dieser Satz/Vorwurf ist in doppelter Hinsicht typisch: Zum einen fällt er fast immer, wenn in deutschen Medien, Blogs etc. über Freedom House oder anderen amerikanischen Organisationen berichtet wird. Zum anderen ist es immer wieder erstaunlich, dass dieser Vorwurf gegenüber deutschen Organisationen im Normalfall nicht erhoben wird. Ganz im Gegenteil: Deutsche Organisationen werden als “unabhängig und überparteilich” bezeichnet, wenn sie nicht “von privaten Geldern abhängig sind.” Siehe etwa die Debatte über den öffentlichen Rundfunk. Oder über die Drittmittelfinanzierung deutscher Universitäten. Oder über die Finanzierung von Verbraucherschutzorganisationen. Oder über staatlich subventionierte Kultureinrichtungen. Oder über die Notwendigkeit einer Bundeszentrale für politische Bildung.

* Studie: Mehr als 2,3 Milliarden Menschen sind nicht frei. Lesenswert.

1 Comment

  1. [...] Widersprüche zeigt Thomas Blanken auf Shining City auf: Was hier richtig ist und nicht anders sein darf, gilt bei denselben Leuten sofort als [...]

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