Man darf heute getrost behaupten, dass SZ-Kommentare maßgeblich auf Phantasmen beruhen.
Sein Vorgänger, General Stanley McChrystal, feuerte sich quasi selbst aus dem Kommandostuhl, indem er ein allzu knackiges Interview gab, in dem er den Präsidenten und seine Entourage lächerlich machte.
Man darf heute getrost behaupten, dass McChrystal seine Worte sehr genau gewählt haben muss. Er ist Soldat, und ein Soldat lässt sich lieber wegen einer politischen Unbotmäßigkeit feuern, als dass sein Name mit einem ruhmlos beendeten Krieg in Verbindung gebracht wird.

In der Außenpolitik beschränkt sich das Land immer mehr auf eine verwaltende Funktion. Modern ist gerade die Einsicht, dass man den Terror nicht ändern wird und sich deshalb wieder auf staatliche Bedrohungen konzentrieren solle. Die Formel steht für einen neuen, resignierten Isolationismus.
Dustin Dehéz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Düsseldorfer Institut für Außen- und Sicherheitspolitik, räumt auf ZEIT ONLINE mit den den drei hartnäckigsten Mythen über Afghanistan auf, die da wären:
Der Krieg in Afghanistan könne nicht gewonnen werden, weil er eben ein asymmetrischer Konflikt sei, in dem konventionelle Streitkräfte den Aufständischen unterliegen müssten. So lautet ein oft genutztes Argument, das durch den Verweis auf Vietnam noch gestärkt wird.
Verbreitet ist auch die Annahme, dass der Kampf des Westens in Afghanistan deshalb aussichtslos sei, weil die Taliban entschlossener und radikaler seien. Deswegen kämpften sie auch rücksichtsloser als westlich geprägte Streitkräfte, heißt es.
Dass die Demokratisierung Afghanistans ein unerreichbares und daher falsches Ziel sei, wird als geradezu selbstverständliche Einsicht wiederholt. Das Argument besteht eigentlich aus zwei miteinander verwobenen Vorstellungen. Auf der einen Seite wird argumentiert, dass ein so tribal geprägtes Land wie Afghanistan nicht mit dem westlich geprägten System der Demokratie verbunden werden könne und die Menschen diese Regierungsform gar nicht wollen. Zum zweiten wird häufig angeführt, dass der Islam insgesamt nicht Demokratie-fähig sei und die Versuche, Demokratie in den Mittleren Osten zu exportieren, daher nur von der mangelnden kulturellen Sensibilität des Westens zeugen.
Dustin Dehéz auf ZEIT ONLINE: Der Krieg ist noch nicht verloren
Afghanistan, Ägypten, Albanien, Algerien, Aserbaidschan, Bahrain, Bangladesch, Benin, Brunei, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Dschibuti, Gabun, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Guyana Guyana, Indonesien, Iran, Irak, Jemen, Jordanien, Kamerun, Kasachstan, Katar, Kirgisistan, Komoren, Kuwait, Libanon, Libyen, Malaysia, Malediven, Mali, Marokko, Mauretanien, Mosambik, Niger, Nigeria, Oman, Pakistan, Palästinensische Autonomiegebiete, Saudi-Arabien, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Suriname, Syrien, Tadschikistan, Togo, Tschad, Tunesien, Türkei, Turkmenistan, Uganda, Usbekistan und die Vereinigten Arabischen Emirate sind islamische Staaten.
*Nach taz-Definition:
Auch stimmt man in Deutschland weitgehend damit überein, das Israel sich selbst als “jüdischer Staat” definiert. Diese Sprachregelung ignoriert aber nicht nur die 1,5 Millionen “israelischen Araber”, die immerhin mehr als ein Fünftel der Bevölkerung ausmachen. Sie ist auch insofern rassistisch, als sie alle Bürger nichtjüdischen Glaubens auf eine Quantité négligeable reduziert.
Clemens Wergin gibt nen Schwank über Henry Kissinger zum Besten:
Als er 1973 US-Außenminister wurde, stellte sich ebenfalls ein Problem: Saudi-Arabien, ein wichtiger Verbündeter in der Region, verbietet Juden die Einreise ins Land. Kissinger reiste dennoch zum Staatsbesuch an, obwohl unklar war, ob die Saudis ihm, dem deutschstämmigen amerikanischen Juden, und einigen mitgereisten jüdischen Journalisten die Einreise genehmigen würden. Landen zumindest durfte er. Im Hotel in Riad fand jedes Delegationsmitglied dann ein Exemplar der Hetzschrift „Protokolle der Weisen von Zion“ in der Informationsmappe.
Am Ende wurde Kissinger doch zum König vorgelassen, dessen Mitarbeiter lange darüber gegrübelt haben müssen, wie sich diese Situation auflösen ließe. Der König begrüßte Kissinger schließlich mit den Worten: „Ich empfange Sie nicht als Juden, sondern als Menschen und Außenminister der Vereinigten Staaten.“ Worauf Kissinger antwortete: „Einige meiner besten Freunde sind Menschen.“
WELT ONLINE: Westerwelle dürfte mehr Selbstbewusstsein zeigen
Genauso wenig wie andere Völker werden sich die Afghanen ihre Werte von außen diktieren lassen.
(Aus dem Szenemagazin für autochthone Volkskultur)
The Green Movement, he [Hossein Shariatmadari, an adviser to Khamenei] said, was part of a grand conspiracy—conceived by, among others, Michael Ledeen (a veteran foreign-policy hawk), Richard Haass (the president of the Council on Foreign Relations), Gene Sharp (an authority on nonviolent resistance), and George Soros (the financier and philanthropist)—with the aim of overthrowing Iran’s government. The protests were not against Ahmadinejad, he explained, but “against the whole system.” Fortunately, “the people” had been mobilized and had stopped the conspiracy in its tracks.
Daniel W. Drezner: What Iran doesn’t know about the United States will really, really hurt them
In a world where being an actor, a rock star, or sex video vixen is sufficient qualification for people to sit up and pay attention to your ideas about how to solve world poverty, it comes as no great shock that Wyclef Jean has decided to run for President of Haiti.
Aidwatch: Wyclef Jean for Prez?
Anti-Semitism in conspiracy theories – Ahmadinejads’ turn:
“What was the story of September 11? During five to six days, and with the aid of the media, they created and prepared public opinion so that everyone considered an attack on Afghanistan and Iraq as (their) right,” he said in a televised speech.
No “Zionists” were killed in the World Trade Center, according to Ahmadinejad, because “one day earlier they were told not go to their workplace.”
He had previously said the “9-11″ attacks were a “big fabrication” and has rejected the historical record of the Holocaust. On Saturday, Ahmadinejad repeated his belief that the Holocaust had been invented to justify the creation of Israel.
“Querfront” weigere ich mich zu benutzen, denn der Begriff ist negativ belegt:
Annette Groth spricht teils beschwingt, wenn auch selten in ganzen Sätzen, als erzähle sie von einem Abenteuertrip. Die Atmosphäre auf der »Mavi Marmara« sei wunderbar gewesen, es habe dort nicht nur keine Waffen, sondern auch keinen Alkohol gegeben, dafür aber viele religiöse Muslime und tief verschleierte muslimische Frauen.
Manche Teilnehmer fragen, ob man sich in der Zusammenarbeit mit der IHH nicht verrannt und sich von zweifelhaften islamistischen Kräften habe instrumentalisieren lassen habe. Doch Groth ist sich sicher, dass sie und ihre Kollegen alles richtig gemacht haben. [...] Und den Begriff »Islamisten«, sagt Groth entrüstet, weigere sie sich zu benutzen, denn der sei »negativ belegt«.
Johann Jacoby und Daniel Steinmaier: Die Helden der Gaza-Flottille auf Deutschland-Tour

