Posts Tagged ‘Afghanistan’

14th August
2010
written by Tobias Blanken

Dustin Dehéz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Düsseldorfer Institut für Außen- und Sicherheitspolitik, räumt auf ZEIT ONLINE mit den den drei hartnäckigsten Mythen über Afghanistan auf, die da wären:

Der Krieg in Afghanistan könne nicht gewonnen werden, weil er eben ein asymmetrischer Konflikt sei, in dem konventionelle Streitkräfte den Aufständischen unterliegen müssten. So lautet ein oft genutztes Argument, das durch den Verweis auf Vietnam noch gestärkt wird.

Verbreitet ist auch die Annahme, dass der Kampf des Westens in Afghanistan deshalb aussichtslos sei, weil die Taliban entschlossener und radikaler seien. Deswegen kämpften sie auch rücksichtsloser als westlich geprägte Streitkräfte, heißt es.

Dass die Demokratisierung Afghanistans ein unerreichbares und daher falsches Ziel sei, wird als geradezu selbstverständliche Einsicht wiederholt. Das Argument besteht eigentlich aus zwei miteinander verwobenen Vorstellungen. Auf der einen Seite wird argumentiert, dass ein so tribal geprägtes Land wie Afghanistan nicht mit dem westlich geprägten System der Demokratie verbunden werden könne und die Menschen diese Regierungsform gar nicht wollen. Zum zweiten wird häufig angeführt, dass der Islam insgesamt nicht Demokratie-fähig sei und die Versuche, Demokratie in den Mittleren Osten zu exportieren, daher nur von der mangelnden kulturellen Sensibilität des Westens zeugen.

Dustin Dehéz auf ZEIT ONLINE: Der Krieg ist noch nicht verloren

12th August
2010
written by Tobias Blanken

Genauso wenig wie andere Völker werden sich die Afghanen ihre Werte von außen diktieren lassen.

(Aus dem Szenemagazin für autochthone Volkskultur)

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30th July
2010
written by Tobias Blanken

I’m (literally) at a loss for words:

“The Taliban pounded on the door just before midnight, demanding that Aisha, 18, be punished for running away from her husband’s house. Her in-laws treated her like a slave, Aisha pleaded. They beat her. If she hadn’t run away, she would have died. Her judge, a local Taliban commander, was unmoved. Aisha’s brother-in-law held her down while her husband pulled out a knife. First he sliced off her ears. Then he started on her nose.”

Current TIME Issue: Afghan Women and the Return of the Taliban

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26th July
2010
written by Tobias Blanken

Adam Serwer’s comment on the “Afghan War Diary”:

The remarkable thing about the WikiLeaks documents is that they reinforce what we already know about the war in Afghanistan — the lack of a credible partner, the links between Pakistani intelligence and the forces the U.S. is fighting, the difficulty in building the Afghan Army and police. Which means for all the complaints about the media these days, the coverage of Afghanistan has been broadly accurate. If the war is out of sight and out of mind for most Americans, it isn’t because they aren’t getting a good idea of what’s going on over there.

Adam Serwer at The American Prospect: The Wikileaks Afghan War Diary

See also: Scoop!

See also: The Wiki-leak is more and less important than you think. By Joshua Foust [in short: nothing new, but very dangerous for intel sources].

Further reading (27-7):
Richard Cohen (WaPo): Wikileaks, telling us the obvious in Afghanistan
Andrew Exum (NYT): Getting Lost in the Fog of War
Fred Kaplan (Slate) Not the Pentagon Papers
Daniel Markey (CFR) WikiLeaks: The Revelations That Aren’t

Update (30-7): As expected… Newsweek: Taliban Says It Will Target Names Exposed by WikiLeaks

Update (1-8): Now it’s getting ridiculous. The Guardian: WikiLeaks founder accuses US army of failing to protect Afghan informers

22nd July
2010
written by Tobias Blanken

What goes around, comes around. BBC:

what goes around, comes around

A Taliban commander and his assistant died when a bomb they were assembling blew up, Pakistani officials say.

21st September
2009
written by Tobias Blanken

Verdammt, diese Frau ist einfach großartig:

Künstler und Intellektuelle fordern den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Den Preis dafür aber nennen sie nicht.

Ebendiese Inkonsequenz ist es, die mir den aktuellen Pazifismus so schwer erträglich macht: Zwar hält man den Westen en gros für eine so fragwürdige Kultur, dass man ihm pauschal das Recht abspricht, sich auch mit Gewalt gegen die zu verteidigen, die ihn ihrerseits mit äußerster Skrupellosigkeit attackieren. En détail möchte man in Berlin, Köln oder am Bodensee seinen Rotwein aber auch weiterhin in Ruhe genießen können.

»Freedom isn’t free.« Dieser Satz, der sich auf Deutsch nur etwas umständlich übersetzen lässt als »Freiheit ist nicht kostenlos zu haben«, macht den Kern des US-amerikanischen Selbstverständnisses aus. Wir Deutschen dagegen scheinen immer noch zu glauben, dass die Freiheit, die uns die Amerikaner nach 1945 beschert haben, ebenso kostenlos war wie die Kaugummis, die sie an die deutschen Jungs und Mädels verteilt haben – und die ihnen manch intellektueller Zeitgenosse heute noch vorwirft.

Thea Dorn in der ZEIT: Vulgärpazifismus. Unbedingt lesenswert.

11th July
2009
written by Tobias Blanken

„Wir führen keinen Krieg, und darum müssen wir auch keinen gewinnen.”

(Franz Josef Jung, Verteidigungsminister)

Alan Posener in der WELT über den deutschen Selbstbetrug:

Als Rom brannte, musizierte Nero. Afghanistan brennt, und in Deutschland tobt eine Schlacht um die Semantik. Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin: Indem man so tut, als gäbe es keinen Krieg, kann man die alte Losung der Grünen Wirklichkeit werden lassen. Freilich um den Preis der Wahrheit.

Alan Posener/ DIE WELT: Deutschland lügt sich den Krieg in Afghanistan weg.

15th April
2009
written by Tobias Blanken

Thomas L. Friedman in der New York Times:

A secretary of state can broker deals only when other states or parties are ready or able to make them. In the cold war, an age of great powers, grand bargains and reasonably solid client states, there were ample opportunities for that — whether in arms control with the Soviet Union or peacemaking between our respective client states around the globe. But this is increasingly an age of pirates, failed states, nonstate actors and nation-building — the stuff of snipers, drones and generals, not diplomats.

Hence the déjà vu all over again quality of U.S. foreign policy right now — the sense that when it comes to our major problems (Afghanistan and Pakistan and North Korea and Iran), we just go around and around, buying the same carpets from the same people, over and over, but nothing changes.

Thomas L. Friedman: In the Age of Pirates.

10th March
2009
written by Tobias Blanken

Oder: Früher war auch nicht alles schlecht.

DIE WELT über den Nachfolger von Peter Struck:

Der Verteidigungsminister Franz Josef Jung reist in einer Zeit nach Afghanistan, in der allerorten nach Wegen gesucht wird, das Land vor einem erneuten Abgleiten zu bewahren. Auf die Ansprüche von außen reagiert er gelassen: „Wir führen keinen Krieg, und darum müssen wir auch keinen gewinnen.”

DIE ZEIT über den Nachfolger von George W. Bush:

Die USA haben unter Obama neue Prioritäten in der Außenpolitik gesetzt. So soll die Truppenpräsenz in Afghanistan deutlich verstärkt werden, Einheiten werden aus dem Irak an den Hindukusch verlegt. [...]

Zunächst begrüßten amerikanische Generäle Obamas Strategie für den Irak. Doch die heftigen Terroranschläge der vergangene Tage haben hochrangige US-Militärs umdenken lassen. Um die Parlamentswahl im Dezember abzusichern, sei eine starke US-Streitmacht im Irak erforderlich, sagte Generalleutnant Lloyd Austin, der zweithöchste amerikanische Soldat im Irak. Er lehnt einen weiteren Abzug ab.

Auch der Kommandeur für die Truppen im Irak, Ray Odierno, und der Oberbefehlshaber für den Nahen Osten, David Petraeus, sprachen sich Ende Februar für einen langsameren Abzug aus, um die Sicherheitslage nicht weiter zu verschlechtern. [...]

29th January
2009
written by Tobias Blanken

Selbst die Süddeutsche kann es nicht mehr ignorieren:

Ein anderer Name dürfte derweil für die Taktik stehen, mit der Washington künftig in den Schluchten des Hindukusch vorankommen will: David Petraeus. Der Vier-Sterne-General, inzwischen der Chef des US-Zentralkommandos, gilt als Vater von Amerikas spätem Erfolg [!] im Irak. Petraeus will, getreu seinem Lehrbuch zur erfolgreichen Aufstandsbekämpfung, mit mehr amerikanischen Soldaten in Afghanistan erneut in die Schlacht ziehen. Mehr Bodentruppen verheißen, zumindest vorübergehend, mehr Blutvergießen – aber hoffentlich weniger blindes Bomben per Drohnen wie bisher.

Der Irak als Lektion für Afghanistan: Obama mag es nicht so sagen, aber er wird es tun. Er will, um seinen guten Krieg zu gewinnen, jetzt vom schlechten Krieg das Siegen lernen.

Aus: Obamas Engagement für Afghanistan – Amerikas guter Krieg.

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