Posts Tagged ‘Antisemitismus’

27th August
2009
written by Tobias Blanken

Michael Thumann bimmelt in der ZEIT mit dem Glöckchen, der Kommentarbereich fängt an zu sabbern:

Und für Leute, wie Nethanjahu, Wolfowitz, Condoleeza Rice und deren Parteigänger bekenne ich mich doch gerne und vor allem offen als Antisemit, haben sie doch dem Staat Israel einen Bärendienst erwiesen.

17th August
2009
written by Tobias Blanken

Eben das Extra 3 Video Klaus erklärt Gazprom angeschaut. Danach bei den “ähnlichen Videos” das Extra 3 Video Israelischer Kriegstourismus im Gazastreifen entdeckt. Schon sehr schmierig, vor allem aber: Nicht wirklich witzig. Eigentlich auch nicht der Rede wert. An einer Stelle (1:14) sagt eine Israelin jedoch “I’m a little bit fascist”:

Was bei mir die Vermutung auslöste, dass Extra 3 hier sehr erfolgreich auf der Klaviatur der Israelkritiker spielt. Pawlow, der Hund, die Glocke, der Speichel etc.pp.. Also einfach mal im Kommentarbereich geschaut, ob die Message auch bei den Israelkritikern angekommen ist.

Und siehe da, der Film hat bei den Israelkritikern voll eingeschlagen, Kommentator Stryyyke fasst den Spot folgendermaßen zusammen:

die sind so blöd… sie machen jetzt das mit den palestinänsern was die deutschen damals mit ihnen gemacht haben.

HroArchitect dagegen hat es nicht so mit den Gleichsetzungen, er sieht dann doch qualitative Unterschiede zwischen Israel und dem Reichskanzler a.D.:

welcher vogel hier sagt das sind keine juden der sollte mal die augen aufmachen…90% der einwohner israels sind juden…und was die eine frau angeht…ich bin ein ganz kleines bischen faschistisch….da sieht man mal wieder wir brauchen kein adolf hitler…die israelis sind viel schlimmer…stichwort jüdische nazis…in israel werden nicht nicht juden enteignet…und araber in ghettos gesteckt…das schlimme ist alle welt schaut dabei zu. holocaust 2.0<<

Ja, HroArchitect hat die Extra 3 Message verstanden. Fragt sich nur, warum der Rest von Deutschland noch nicht aufgewacht ist – aber darauf weiß NMK000001 auch gleich eine Antwort:

du weißt ja wenn man die politik von israel in frage stellt wird man in die antisemiten-ecke gedrängt

holocaust 2.0 ja stimmt, das ist es und unsere medien stellen israel also die täter als opfer da…

Mit der “antisemiten-ecke” hat der Israelkritiker selbstverständlich nie etwas zu tun. Nur – warum stellen die Medien alles falsch dar? Und warum unterstützt der Westen einen holocaust 2.0? Warlory hat eine Erklärung (btw: Das Copyright für die Orthographie liegt bei den Israelkritikern):

aber sehen wir mal hinter die kulissen, die europa und die usa hilft massiv die isrealis in sachen militär und wirtschaft, alles was isreal geschafft hat ist dank einflusse ausserhalb.

Wie die “einflusse” genau aussehen weiß djazairy1986 ganz genau:

zionisten juden sind kinder und völker mörder, wacht endlich auf, die töte und töten und schaffen es trozdem das die halbe welt denkt sie seien sie opfer, dazu kann ich nur sagen in den Medien liegt die kraft, und die meisten massenmedien sind in juden hand, zum vidio, ich wusste das es schweine sind, die zionisten, aber jetz weiss ich das es wildscheine sind, und bitte net falsch verstehn ich mein nur die zionisten

Ja, natürlich, da wird nichts “falsch verstanden”, schließlich meint man ja nur die “zionisten”, mit Antisemitismus hat der Israelkritiker bekanntlich nichts am Hut (worauf man nicht oft genug hinweisen kann…), auch wenn er sich manchmal – so wie DuBChillor – schon arg zusammenreißen muss:

hofftl vergess ich nie, dass ich kein antisemit bin…

Natürlich wird in den Kommentaren zwischendurch auch ernsthaft diskutiert, manch ein Israelkritiker (in diesem Fall: kalkaryan) fühlt sich auch mal beleidigt:

extrem linx bin ich nun nicht. und ich setze juden auch nicht zwingend mit zionisten gleich. es gibt sogar in israel eine fríedensbewegung. und von 100.000 juden in DTL sind gerade mal 3000 zur “demo” gegangen, die mich sehr an DDR-Staatsdemos erinnerten.
leider ist dein kanal in meinem land nicht verfügbar (sic). für muslime ist gerade dieser “bericht” wohl sehr schmerzhaft.
den judenspeichellecker nehm ich dir aber schon übel

Überhaupt: Wie kann man der Linken so etwas nur vorwerfen? Da muss kalkaryan auch eine grundsätzliche Ehrenerklärung abgeben:

lieber B.T., xtra3 ist sarkasmus pur, die musik und die kindgerechte moderation zeigen dies deutlich. gerade solche sendungen entlarven den israelischen faschismus und rassismus. unterlasse es bitte linke als judenspeichellecker zu bezeichnen. die richtige linke protestiert am meisten gegen den zionismus. lies mal JUNGE WELT.

Da das Thema nun geklärt ist, können wir uns wieder Israel zuwenden. Bzw., was für Empfindungen beim sensiblen Israelkritiker durch den Spot ausgelöst werden. Zunächst das Statement von Windhoek91, dann folgt diiiamantboy4life:

wie ich sie hasse…

voll die tunte der bei 0:42
scheiß hurensöhne

Die offensive Sprache muss man dem Israelkritiker schon verzeihen, schließlich ist er im Grunde seines Herzens ein absoluter Menschen- und Friedensfreund; praktisch ein vollkommener Humanist. Aber – handelt es sich bei Israelis überhaupt um Menschen? Der Israelkritiker aynur89 meint dazu:

Das ist richtig krank.. jegliches humane ist abgestorben!

Ruchai drückt seine berechtigte Kritik am israelischen Staat dagegen folgendermaßen aus:

Und uns fragen sie warum wir Israel hassen.

Gegenfrage

Wieso sollten wir sie nicht hassen

Bl4ckR0ck dagegen will lokal denken und global handeln:

tod und hass den usa und ihren schoßhündchen!

Apropos handeln: Der Israelkritiker der Tat hat natürlich auch schon seinen persönlichen Friedensplan für Nahost entworfen, Saladdin65 und EmmySuS unterbreiten folgende Vorschläge:

Ich dacte die Juden werden von den Kassamraketen der Hamas terrorisiert!

und in andern Reportagen tun die dann so als ob sie traumatisiert sind diese verfluchten Zionisten

ISRAEL MUSS WEG!

Israel wird es schon noch sehen!!
vielmehr Aktion kommt noch.
Und die Fotze ich mach EUREN Boden gleich Drecks Israel…
Ihr könnt ja nur umbringen was anderes geht ja nicht !!!
Aber ihr werdet es schon noch sehen …..

truthspeaker969 hat einen ähnlichen Lösungsansatz, legt aber dabei sehr viel Wert auf die zeitliche Komponente:

es gibt nur wenig kränkeres als zionisten, je früher die ihr wohlverdientes ende finden desto besser…

SuperDeadSpace und Nebelwald89 nehmen potentielle Lösungsansätze mit Humor:

voll Behindert ich will mal ihre fresse sehen wen sie mitten in der statt sind und die raketen um ihre gesichter fliegen……hahaha

mist wieso hat die rakete nich getroffen :(
álso ich hätte gelacht wärn die verreckt :D

67StreetFighter67 sieht die Sache ähnlich:

Die letzte zene also die Rakete schade das es nicht mitten in den judenmänge nicht explodiert ist…

Zu guter Letzt ein Schlusswort vom Israelkritiker NahenOsten, der dankenswerterweise den Spot in einen geschichtlichen Zusammenhang stellt:

wie kann man nur solche schweine sein.
das wort schwein müsste man mit dem wort israeli tauschen.
die welt hat beschlossen das israel sofort aufhören soll und sich sofort aus dem gaza zurück ziehen soll.. wisst ihr was dann kommt.. pass auf jetzt kommt die krönung = israel sagt wir haben gewonnen!! über 700 zivilisten sind gestorben darunter über 400 kinder.. hat man da wirklich gewonnen??? ich denke HITLER ist der ware gewinner. er hat im voraus gesehen was das für schweine sind

7th August
2009
written by Tobias Blanken

Anmerkung/ Nachtrag: Mittlerweile hat sich der Blogbetreiber der GfbV Berlin per Mail und Kommentar für den Fehler entschuldigt und den Beitrag auf dem Blog der GfbV Berlin gelöscht. U.a. schreibt er: Ich habe an dieser Stelle einen Fehler gemacht und Mankells Ausführungen zu Israel nicht näher bedacht in ihrer Tragweite. Ein nahezu unverzeilicher Fehler. Dank geht an Sie: Ihre vollkommen berechtigte Kritik hat mich dazu bewogen, den Post zu löschen. An dieser Stelle sei nur klar: die GfbV teilt Mankells Ansichten zu Israel NICHT. Ich habe mir erlaubt, die Rückmeldungen zu diesem Post zusammenzufassen und seinem deutschen Verleger zu schicken. Ich habe den Fehler gemacht, ein Pamphlet zu veröffentlichen, ohne es als solches kritisch zu hinterfragen.

Die ganze Stellungnahme/ Entschuldigung kann hier bei den Kommentaren nachgelesen werden.

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Mein ursprünglicher Beitrag:

Die Berliner Regionalgruppe der Gesellschaft für bedrohte Völker gibt auf ihrem Blog einen Artikel des schwedischen Schriftstellers Henning Mankell wieder, will damit “zum Nachdenken anregen” und “auch einen Beitrag zur Diskussion beitragen” – “in der Hoffnung, dass über diesen Denkanstoß” auch “der liebe Leser” seine Meinung kund tut.

Obwohl sich die Gesellschaft für bedrohte Völker ansonsten für die Selbstbestimmung jeder noch so kleinen Ethnie einsetzt, spricht der “Denkanstoß” den Juden die nationale Selbstbestimmung konsequent ab:

Was ich während dieser Reise sah, war völlig eindeutig: der Staat Israel ist in seiner gegenwärtigen Form ohne Zukunft. Jene, die eine Zwei-Staaten-Lösung vertreten, denken ausserdem falsch.

Israel wird es genauso ergehen wie Südafrika unter der Apartheidzeit. Die Frage ist nur, ob die Israelis Vernunft annehmen werden und freiwillig einer Abwicklung des Apartheidstaates zustimmen werden. Oder ob es zwangsweise geschehen wird.

Wenn Veränderungen kommen, wird es von dem einzelnen Israeli abhängen, ob er oder sie bereit ist, auf seine Privilegien zu verzichten und in einem palästinensischen Staat zu leben.

Die Israelis vernichten Leben. Aber sie können nicht die Träume zerstören. Der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems ist das einzig denkbare Resultat, da es notwendig ist.

Die Frage lautet also nicht ob, sondern wann es geschieht. Und natürlich auch, auf welche Weise.”

Man geht also aufs Ganze. Man beläßt es nicht nur bei der Dämonisierung Israels, sondern spricht dem jüdischen Staat gleich das Existenzrecht ab. Will den Juden die “Privilegien” nehmen, die man anderen – in diesem Fall: Den Palästinensern – wie selbstverständlich zuspricht. Aber vermutlich handelt es sich auch hier nur um legitime Israelkritik unter Freunden, schließlich wird man doch wohl noch sagen dürfen….

(via/via)

Nachtrag I: Siehe auch Ingo Way: Henning Mankell haßt keine Juden, er will nur, daß sie verschwinden.

Nachtrag II:
Mittlerweile hat die GfbV Berlin den “Denkanstoß” gelöscht. Scheinbar hat die Gesellschaft dann doch noch gemerkt, was für ein Hass-Pamphlet sie auf ihren Blog gestellt hat. Nachzulesen ist der Brief von Henning Mankell weiterhin auf der Homepage der “Generaldelegation Palästinas in Deutschland“.

Nachtrag III: Siehe Anmerkung / Nachtrag am Anfang dieses Beitrags.

16th July
2009
written by Tobias Blanken

*Hamas-Style

25th April
2009
written by Tobias Blanken

In der taz findet sich ein Kommentar von Anetta Kahane zur UN-Anti(?)-Rassismus-Konferenz:

Nach allem, was auf der UN-Konferenz gegen Rassismus in Genf geschehen ist, war es auch im Nachhinein gesehen richtig, dass Deutschland an dieser Veranstaltung nicht teilgenommen hat. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, hatte enttäuscht gefragt, ob denn wegen der Interessen eines Landes (Israel) das gesamte weltweite Bemühen, gegen Rassismus vorzugehen, behindert werden sollte, wo doch das Abschlussdokument vergleichsweise harmlos sei. Genau diese Fragestellung jedoch zeigt, dass die UN-Konferenz eines nicht wahrhaben wollte: Heute ernsthaft Rassismus bekämpfen zu wollen, ohne gleichzeitig Antisemitismus ebenso entschieden abzulehnen, ist unmöglich.

Mehr in der taz: Das Durban-Syndrom.

3rd February
2009
written by Tobias Blanken

Eben entdeckt, dass mit Wolf Biermanns “Salzig Salzig Salzig Salzig” einer der besten Texte von 2002 wieder kostenlos bei SPIEGEL ONLINE zur Verfügung steht:

Die Völker im Abendland haben eben alle ein geradezu intimes Schuld- und Schandeverhältnis zu den Juden. Irgendwann mal abgeschlachtet, ein bisschen ausgerottet, verjagt, ausgeraubt, diskriminiert und ausgeliefert haben sie ihre jüdischen Mitbürger ja fast alle. Bei näherem Hinsehen natürlich jedes Mal sehr verschieden. Aber der gemeinsame Nenner ist doch ein dumpfes Missbehagen, ein ordinär parfümiertes Gemisch aus schlechtem Gewissen, aus Verleugnung, intellektuellem Neid und gutmenschelndem Selbstmitleid. Und das macht alles noch heilloser – seit eh und je lastet nun mal dieser unentrinnbare Fluch auf all den verschiedenen Tätern: Was sie an ihnen verbrochen haben, das wollen und können sie ihren Opfern niemals verzeihen. Und schlimmer noch: An dieser schwelenden Schuld tragen dann auch noch die schuldlosen Kinder der Kindeskinder.

[...]

Die US-Amerikaner sind da fein raus. Bei ihnen liegen andere Leichen im historischen Keller, jüdische aber nicht. Sogar die liberalen Engländer haben vor ein paar hundert Jahren sämtliche Juden auf den britischen Inseln ausgerottet oder von dort verjagt.[...]

Ein absolut lesenswerter Text. Gerade für die Knallchargen, die zwanghaft von einer “pro-israelischen” Einstellung in Europa schwadronieren und die Einstellung wiederum auf das “ach so schlechte” Gewissen der Europäer zurückführen, mit dem man brechen müsse, um zu einer “objektiven” Betrachtung des Nahost-Konfliktes zu gelangen.

26th January
2009
written by Tobias Blanken

Springtime for idiots. Even in America:

Yeah, full democratic rights for gays, lesbians, bisexuals, transgenders. Right. Oh wait, silly me, there is a country involved in this conflict where gays, lesbians, bisexuals and transgenders have full democratic rights: it’s called Israel. And if you truly wanted freedom and equality for gays and lesbians in the region, you’d be protesting against the harsh shari’a regime of Hamas, under which homosexuality or “gender transgression” of any kind brings an immediate death sentence.

So der Kommentar vom zomblog über dieses Plakat während einer wirklich widerlichen Anti-Israel Demo in San Francisco (via).

14th December
2008
written by Tobias Blanken

Ich kann gar kein Antisemit sein, denn ich bin Semit.

(Jamal “die allmächtige zionistische Lobby” Karsli)

Letzte Woche dachte ich ja noch, dass diese verquere Logik nicht mehr zu toppen ist. Aber da habe ich mich wohl geirrt. Auch dachte ich immer, dass die Selbstinszenierung von nationalistischen und revanchistischen Österreichern, die ihr Land als “erstes Opfer des Nationalsozialismus” darstellen, an Absurdität nur schwer übertroffen werden kann.

Aber dann bin ich über diesen Artikel in der Readers Edition gestolpert, in dem der Leser erfahren kann, dass a) der normale Deutsche natürlich – niemals – ein Antisemit gewesen ist und b) der Holocaust eigentlich dem deutschen Volk gegolten hat. Selbstverständlich haben es die Juden auch zu verantworten, wenn man sie anstelle der Deutschen vernichtet hat – schließlich haben sie durch ihren “Absolutheitsanspruch” den Nazis ein ideales Motiv gegeben. Aber lassen wir die Readers Edition doch einfach zu Wort kommen:

Ich persönlich glaube nicht, dass der normale Deutsche jemals einen Konflikt mit Semiten hatte, gestern nicht und heute auch nicht. Spätere und neue Aufarbeitungen des Holocaust jedoch werden zeigen, dass die Vernichtung der Juden im Dritten Reich, nichts weiter waren, als ein übliches diktatorische Mittel der Freundfeindaufteilung über die Vogelfreierklärung einer Minderheit im eigenen Land.

Besonders geeignet hierfür war die jüdische Religion mit ihrem Anspruch auf den wahren Gott. Denn sie besagt: Wer kein Jude ist, ist ungläubig. Hier besteht Absolutheitsanspruch. Die Nationalsozialisten haben dies geschickt verwendet, um ihr eigenes Volk zu unterdrücken, insoweit, als sie vermittelten: bist du gegen uns, dann geht es dir wie den Juden.

Und, wozu diese geistigen Verrenkungen? Genau: Die armen, unschuldigen Deutschen werden unterdrückt, damit die Juden weiterhin die “semitischen Araber” diskriminieren können: Besonders brisant wird die Auslegung des Begriffs Antisemitismus neuzeitlich in Bezug auf die Juden in Israel werden, hinsichtlich semitischen Araber die dort ganz offensichtlich diskriminiert werden. Hier werden die Juden an einen Konflikt zwischen Vergangenheit und Gegenwart stoßen, der zeigen wird, dass Antisemitismus kein dauerhaftes Schuldgefühlprogramm ist, das man den Deutschen auf ewig unterstellen kann. Die National-Zeitung und Jamal Karsli hätten es nicht besser formulieren können.

9th April
2008
written by Tobias Blanken

Auf der stramm katholischen Internetplattform kreuz.net konnte man schon in der Vergangenheit praktizierenden Rechtsextremismus und Antisemitismus bewundern – oftmals vermischt mit einer richtig dicken Portion aggressiver Homophobie. Man dachte: Schlimmer geht’s nimmer, aber auch da hat man sich getäuscht. Am Sonntag erschien dort der Artikel Hexenwahn, Holocaust und Evolution, bei dem der Leser folgendes erfahren kann:

Woher wußte man, daß Hexen auf Besen durch die Lüfte fliegen können? Was für eine Frage! Man hatte von frühester Kindheit an ständig davon gehört.

Auch waren alle gelehrten Männer jener Zeit davon überzeugt. Außerdem wurde dies in zahlreichen Strafprozessen festgestellt. Somit galt es als offenkundig, daß Hexen auf Besen durch die Lüfte fliegen können.

So, wer jetzt ein katholisches “mea culpa” erwartet, der hat in die falsche Richtung gedacht. Stattdessen geht der Text so weiter:

Heute gilt es als offenkundig, daß sechs Millionen „Juden“ vorwiegend in Gaskammern umgebracht wurden.

Das haben wir in der Schule gelernt. Das haben wir in vielen Fernsehsendungen erfahren. Daran erinnern uns Politiker bei verschienen Anlässen. Alle wissen es. Zwar gibt es Widerspruch.

Den gab es auch zur Zeit des Hexenwahns.

Natürlich kommt auch diese Holocaustleugnung nicht ohne die Frage nach den Profiteuren aus:

Denn der nationalsozialistische Völkermord darf nicht angezweifelt werden. Vielmehr haben wir uns besonders als Deutsche in der Gewißheit desselben ständig Asche auf unser Haupt zu streuen und wegen unserer besonderen Vergangenheit die finanziellen und militärischen Wünsche des Staates Israel zu erfüllen.

Alle anderen geschichtlichen Ereignisse darf man öffentlich anzweifeln und sogar leugnen, nur die Judenvernichtung nicht.

Denn mit diesem schrecklichen Geschehen wird die Sonderstellung des „jüdischen“ Volkes begründet, die zu dessen Machtfülle führt.

Durch ihre Machtfülle kann diese Minderheit nicht nur öffentliche Zweifler am politisch korrekten Geschichtsbild ins Gefängnis werfen lassen, sondern auch Geldströme zu „jüdischen“ Institutionen lenken.

Geschrieben wurde der Artikel laut kreuz.net von Dr. Johannes Lerle (55), einem bekannten Lebensschützer aus Erlangen. Im vergangenen Juni verurteilte ihn das Amtsgericht Erlangen wegen angeblicher Holocaust-Leugnung zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung. Er ist also vorbestraft, sitzt höchstwahrscheinlich noch im Knast – und leugnet von dort aus (gibt es im Knast Internet?) weiter öffentlich den Holocaust. Was hoffentlich ein weiteres Verfahren nach sich ziehen wird. Im Unterschied zu kreut.net, die laut Impressum in den USA beheimatet sind und daher nur schwer von der deutschen Justiz belangt werden können. Verdient hätten sie es dicke.

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