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Wer jemals an einer deutschen Universität studiert hat, der kennt auch die liebste Beschäftigung der politisch organisierten Studenten (nach dem Verzehr von Filterkaffee): Man schreibt Solidaritätserklärungen. Zumindest diejenigen, die im AStA organisiert sind. In diesen Erklärungen erklärt man sich – wie der Name schon sagt – solidarisch. Und zwar vorzugsweise mit den Unterdrückten dieser Welt.
Das Verfassen solcher Solierklärungen ist eigentlich denkbar einfach, der Studi muss nur ein paar Wörter besonders oft unterbringen, wie da wären: (Internationale) Solidarität, repressive und/oder patriarchale Strukturen, strukturelle und/oder staatliche Gewalt, kapitalistisch(-e und -er) und klassenmäßig. Besondere Beachtung sollte man auch den Genderproblematiken zukommen lassen, d.h. immer ein Innen anfügen (Vorsicht! Die Ausnahme von dieser Regel bei Nazis und Faschisten muss unbedingt beachtet werden!).
Wenn dann noch der Umweltschutz (Regenwald, Walfang, Castortransporte; neuerdings besonders angesagt: Der Klimawandel) berücksichtigt wurde, dann steht der weiteren Verwendung nichts mehr im Wege. Die Solierklärung wird vorgelesen. Dann wird allgemein Geklatscht, und die Adressaten erklären sich wiederum – quid pro quo – mit dem politischen Kampf des Verfassers solidarisch.
Die hier werden sicher keine Solierklärung von irgendeinem deutschen AStA bekommen.