Posts Tagged ‘Bildung’

15th August
2009
written by Tobias Blanken

Der Volkspolizist, der es gut mit uns meint,
der bringt uns nach Hause, er ist unser Freund!

Und wenn ich mal groß bin, damit ihr es wißt,
dann werde ich auch so ein Volkspolizist.
Ich helfe den Menschen, ich bin mit dabei,
beschütze die Heimat als Volkspolizei!

(Ich stehe am Fahrdamm aka Der Volkspolizist)

Aus einem einestages-Interview mit Hans-Joachim Maaz:

Inzwischen wird der Osten auch von Westdeutschen differenzierter betrachtet. Das tut vielen Ostdeutschen gut. Es wird überlegt, was doch nicht ganz verkehrt war: die längere gemeinsame Schulbildung etwa, die Polikliniken und die Kindergärten.

In einem einzigen Punkt hat Hans-Joachim Maaz recht: Auch Westdeutsche betrachten die DDR mittlerweile differenzierter. Das infantile Gebrabbel vom Ampelmännchen, die Glorifizierung eines unterlegenen Gesundheitssystems und der penetrante Verweis auf den Vorbildcharakter der vorschulischen Indoktrinationsanstalten hinterlässt beim arroganten Besserwessi hässliche Spuren.

Es ist vollkommen absurd: Eltern machen sich heutzutage mehr Gedanken um die Erziehung ihrer (Klein)Kinder als jemals zuvor. Es ist egal, ob es sich um musikalische Früherziehung, Ergotherapie, Fremdsprachenunterricht, Sportvereine, Nachhilfe oder was auch immer handelt: Sie kutschieren ihre Kinder überall hin. Auch wenn die gestressten Eltern keine freie Zeit mehr haben: Die kindliche Persönlichkeitsentwicklung hat grundsätzlich Priorität. Schließlich sollen die lieben Kleinen ihre individuellen Fähigkeiten bestmöglich ausbilden, sollen ihre individuellen Vorstellungen und Bedürfnisse bestmöglich ausleben – und da scheuen moderne Eltern weder Kosten noch Mühen.

Trotzdem wird der angebliche Vorbildcharakter der durch und durch autoritären Indoktrinations- und Verwahranstalten der DDR nicht als veritabler Alptraum wahrgenommen. Selbst die ewig besorgten Supermuttis kennen keine pädagogischen Konzepte mehr, sondern nur noch Betreuungszeiten. Es ist, als ob die Ostalgie in der Mitte der westdeutschen Gesellschaft angekommen ist: Bei den modernen Eltern, die alles für ihr Kind tun würden (außer den Diktatur-Verklärern zu widersprechen, selbst wenn es um die Freiheit des eigenen Kindes geht).

15th February
2009
written by Tobias Blanken

Der hohe Anteil der Bildungsausgaben am Konjunkturpaket erklärt sich denn auch nicht aus einer neuentdeckten Bildungsmisere in diesem Land (diese ist längst bekannt), sondern aus der Tatsache, dass das Stichwort Bildung als Legitimator für das große Geldausgeben besonders gut funktioniert, viel besser als etwa die Idee, die Autobahnen im entvölkerten Mecklenburg-Vorpommern zehnspurig auszubauen (was konjunkturtheoretisch nicht minder sinnvoll wäre).

FAZ: Rainer Hank – Keynes in der Schule.

20th January
2009
written by Tobias Blanken

“Are you going to school?”

Then the man pulled Shamsia’s burqa from her head and sprayed her face with burning acid. Scars, jagged and discolored, now spread across Shamsia’s eyelids and most of her left cheek. These days, her vision goes blurry, making it hard for her to read.

But if the acid attack against Shamsia and 14 others — students and teachers — was meant to terrorize the girls into staying home, it appears to have completely failed.

Today, nearly all of the wounded girls are back at the Mirwais School for Girls, including even Shamsia, whose face was so badly burned that she had to be sent abroad for treatment. Perhaps even more remarkable, nearly every other female student in this deeply conservative community has returned as well — about 1,300 in all.

Jeff Weintraub: The bravery of Afghan schoolgirls.

11th February
2008
written by Tobias Blanken

Zwei Meldungen zur Integration und dem schulischen Erfolg von Zuwanderern, die ich so nicht erwartet hätte:

Einmal in Deutschland:

Dass Einwanderer aus Italien bei uns perfekt integriert sind, ist ein Vorurteil. In der Schule schneiden ihre Kinder am schlechtesten ab.

Zum Artikel: Nachhilfe aus der alten Heimat in der ZEIT.

Und dann in Israel:

Die Kinder aus den Familien, die einst aus der ehemaligen Sowjetunion nach Israel ausgewandert sind, zeigen bessere Schulleistungen als ihre Altersgenossen. Das hat eine Studie des israelischen Statistikamts ergeben.

Zum Artikel: Immigrantenkinder aus ehemaliger Sowjetunion sind besser in der Schule auf RIA Novosti.

15th January
2008
written by Tobias Blanken

Wie man die Zukunft der eigenen Kinder erfolgreich zerstört demonstriert dieser Mob:

18th December
2007
written by Tobias Blanken

and here’s the last five – it’s educational – it’s educational – it’s educational – it’s educational – it’s educational.

(Pixies – U-Mass)

In der taz packt ein Idealist aus:

35 Jahre lang war Wolfgang Schenk Hauptschullehrer in Berlin. In dieser Zeit ist aus dem linken Idealisten ein erbitterter Kritiker der Schulpolitik geworden.

und auf Spirit of Entebbe wird Klein-Adnans Hausaufgabenheft wiedergegeben:

MATHEMATIK
Auf der Konferenz von Paris haben die 90 Geberländer der Palästinensischen Autonomiebehörde bis 2010 7,4 Milliarden Dollar zugesagt. Eine Patrone für eine MP kostet etwa 35 Cent. Wie lange kann die Intifada weitergehen, wenn Hamas, Islamischer Djihad und Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden jeden Tag etwa 800 Patronen verbrauchen, Geballer bei Hochzeiten nicht eingerechnet?

ENGLISCH
Nachdem wir sechs Jahre lang den Satz „We are suffering!“ geübt haben, arbeiten wir nun an der korrekten Aussprache des P. Zum Ende der Oberstufe solltest du in der Lage sein, Palestine statt Balestine zu sagen.

Den kompletten Beitrag Büffeln für Balestine gibt es hier.