Posts Tagged ‘Entwicklungshilfe’

31st October
2011
written by Tobias Blanken

Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert: >Klick!<

(via)

30th July
2011
written by Tobias Blanken

It also raises broader questions about the unintended impact of foreign aid on Africa’s struggling public health systems. As the United States and other donors have given African nations billions of dollars to fight AIDS and other infectious diseases, helping millions of people survive, most of the African governments have reduced their own share of domestic spending devoted to health, shifting to other priorities.

For every dollar of foreign aid given to the governments of developing nations for health, the governments decreased their own health spending by 43 cents to $1.14, the University of Washington’s Institute for Health Metrics and Evaluation found in a 2010 study. According to the institute’s updated estimates, Uganda put 57 cents less of its own money toward health for each foreign aid dollar it collected.

NYT: Maternal Deaths Focus Harsh Light on Uganda

24th October
2010
written by Tobias Blanken

Hätte ich in dieser Form auch nicht in der SZ erwartet: Eine erstaunlich wohlwollende Rezension über Peter Gills “Famine and Foreigners: Ethiopia Since Live Aid”:

In Gills Schilderung wird Äthiopien zum Paradebeispiel für Amartya Sens Diktum, dass es in der Moderne noch in keiner funktionierenden Demokratie zu einer Hungersnot gekommen sei, und dass eine freie Presse und politische Oppositionskräfte das beste Frühwarnsystem gegen Hungersnöte seien. Anders ausgedrückt: Während Hungersnöte bis ins neunzehnte Jahrhundert meist klimatisch bedingt waren, sind sie heute ausnahmslos Folge antidemokratischer Maßnahmen diktatorischer Regimes.

Die Hungersnot im Äthiopien der achtziger Jahre wurde hauptsächlich durch die Derg, die stalinistische Junta unter Mengistu Haile Mariam, verursacht. In ihrem Kampf gegen aufständische Truppen aus der Provinz Tigray vernichteten die Derg Getreide, zerstörten Handelswege, überfielen Märkte – und gaben all das offen zu.

Was Bob Geldof & Co jedoch nicht davon abhielt, mit den Verantwortlichen der Hungersnot zu kollaborieren kooperieren:

Die Regierungstruppen siedelten Hunderttausende Menschen aus den notleidenden Gegenden Nordäthiopiens im Süden des Landes an. Den Hilfsorganisationen verkauften sie das als Mittel im Kampf gegen den Hunger. Vor allem ging es ihnen aber darum, die Bevölkerung in den aufständischen Regionen auszudünnen.

Die zwangsrekrutierten Menschen wurden fünf, sechs Tage lang durchs Land gefahren, bei diesen auszehrenden Transporten sind 50.000 bis 100.000 Menschen gestorben. In den südäthiopischen Gegenden starben dann viele an Seuchen und am Dreck in den Lagern. Finanziert wurden diese Zwangsumsiedlungen großteils von den Live-Aid-Spenden. Die französische Sektion der “Médécins sans Frontieres” zog sich damals unter Protest aus Äthiopien zurück – und sagte, dies sei”die größte Deportation seit dem Völkermord der Khmer Rouge”.

SZ: Live Aid und die Folgen für Afrika – Bob Geldofs besserwisserische Ignoranz.

UPDATE: Siehe auch Aid Watch: The myth of Ethiopia’s “natural” disasters.

12th July
2010
written by Tobias Blanken

William Easterly, Professor an der New York University, über Jeffrey Sachs, Professor an der New Yorker Columbia University:

Scientific American, in its November 2006 issue, reaches a “scientific judgment” that the great Nobel Prize-winning economist Friedrich Hayek “was wrong” about free markets and prosperity in his classic, “The Road to Serfdom.” The natural scientists’ favorite economist — Prof. Jeffrey Sachs of Columbia University — announces this new scientific breakthrough in a column, saying “the evidence is now in.” To dispel any remaining doubts, Mr. Sachs clarifies that anyone who disagrees with him “is clouded by vested interests and by ideology.”

[...]

First, Mr. Sachs disses the great Hayek by repeating the old canard that Hayek thought any attempt at taxpayer-funded social insurance would put us all on the “Road to Serfdom.” This is an especially strange charge, since Hayek (while certainly opposed to the social engineering that proponents of a full-blown welfare state usually have in mind) himself calls for some form of taxpayer-funded social insurance against severe physical deprivation on pages 133-134 of “The Road to Serfdom.” Mr. Sachs, who is currently best known for his star- driven campaign to end world poverty, has apparently spent more time studying the economic thinking of Salma Hayek than that of Friedrich.

Aus: William Easterly. Wall Street Journal. (Eastern Edition). New York, N.Y.:Nov 15, 2006. p. A.18

Siehe auch: Foreign Policy’s First Annual List of the 100 Top Global Thinkers. No 39. Jeffrey D. Sachs & William Easterly.

30th October
2009
written by Tobias Blanken

Oder: Heute sind wir alle Imperialisten

Aus dem ZEIT-Artikel Die Grenzen westlicher Macht von Ulrich Ladurner:

Natürlich, Obama ist ziviler in seiner Rede, er ist auch ziviler in manchen seiner Taten; doch auch seine Politik stützt sich auf einen dicken Knüppel, den er durchaus einzusetzen weiß. Das ist in Afghanistan der Fall, und jüngst auch in Pakistan. Dieses Land bekommt finanzielle Unterstützung aus Washington nur dann, wenn es einen ganzen Katalog an Forderungen erfüllt; viele von ihnen verletzten eindeutig die Souveränität Pakistans. Es gab eine Zeit, da nannte man dies Imperialismus. Heute läuft das unter dem Titel: Kampf gegen den Terror.

Systematische Entwicklungshilfe wird eigentlich immer an Bedingungen geknüpft. Egal, ob bilateral oder multilateral. Wenn Deutschland z.B. Geld direkt an ein afrikanisches Land überweist, dann ist die Überweisung im Normallfall an Bedingungen geknüpft. Ebenso sieht es bei der multilateralen Hilfe etwa von der EU, UN oder der Weltbank aus.

Darüber werden auch – im Normalfall sonntags – viele schöne Reden (mit noch viel schöneren Titeln) gehalten. Etwa der Milleniums Deklaration. In den Reden fallen dann immer wieder Wörter wie Good Governance. Inhaltlich handeln die Reden meist davon, dass das Geld nicht verjubelt (Staatskarossen Marke Mercedes, Rüstungsgüter Marke Sukhoi, Nummernkonto Marke Credit Suisse) sondern bestmöglich (Schulen, Krankenhäuser, Anti-Korruptionsprogramme etc.) investiert wird.

Angesichts dieser vielen Reden dürfte jedem – also auch Herrn Ladurner – mittlerweile bewußt sein, dass wir ebenso “die Souveränität” von diversen Ländern durch “einen ganzen Katalog an Forderungen” verletzen (ok, am Zahltag wird dann meist nicht so genau hingeschaut, schließlich interessieren Sonntagsreden werktags nicht wirklich).

Nach Ladurner sind wir demnach also alle Imperialisten. Was einfach nur lächerlich ist. Unerträglich wird Ladurners hahnebüchener Vergleich jedoch dadurch, dass die ungeheuren Verbrechen (Versklavung ganzer Völker, Massaker, ethnische Säuberungen etc.) des Imperialismus mal eben relativiert werden. Aber das ist einem Ladurner vermutlich egal. Er meint es ja nur gut.

28th October
2009
written by Tobias Blanken

Celebrities gain some combination of altruistic satisfaction, a good PR image, and a boost for their acting or singing career. Africa Malawi gains aid.

(TANSTAAFL)

Die Wirklichkeit übertrifft alle Satire:

Siehe auch: Sing, Bono, sing…was anderes.

26th October
2009
written by Tobias Blanken
22nd September
2009
written by Tobias Blanken

To keep a bit of seriousness, though, I’m going to propose a theory of international trade between Africa and celebrities. Africa exports stereotypical images of misery in return for celebrities’ advocacy for more Africa funds. The theory of trade says that trade only happens when both parties gain. Celebrities gain some combination of altruistic satisfaction, a good PR image, and a boost for their acting or singing career. Africa gains aid funds.

Celebrities finally swamp advocacy market – an application of economic theory. By Bill Easterly

22nd July
2009
written by Tobias Blanken

Dambisa Moyo in der Süddeutschen:

Die Ökonomin und Bankerin hat einen Bestseller gegen Entwicklungshilfe geschrieben. Sie attackiert Rockstars, die sich zu Sprechern Afrikas aufschwingen.

Die Süddeutsche: Sing, Bono, sing…was anderes