Posts Tagged ‘Gazastreifen’

4th February
2009
written by Tobias Blanken

Business as Usual:

Die Vereinten Nationen haben ihre Darstellung eines israelischen Angriffes im Gazastreifen mit 43 Toten revidiert: Dabei sei nicht, wie zuvor behauptet, eine UN-Schule getroffen worden. Alle Opfer hätten sich vielmehr außerhalb des Schulgeländes befunden, teilte ein UN-Vertreter in Jerusalem am Montag mit.

Die Vereinten Nationen “würden gerne klarstellen, dass das Bombardement und alle Todesfälle sich außerhalb und nicht innerhalb der Schule ereignet haben”, fügte Gaylord hinzu. Als Reaktion ließ die UNRWA verlauten, sie habe seit dem Tag des Angriffes behauptet, die Verwundeten hätten sich außerhalb des Geländes befunden. Die Quelle der Falschmeldung sei in einem anderen Zweig der UN zu suchen, hieß es laut der Zeitung “Ha´aretz”.

Quelle. Siehe auch hier.

24th January
2009
written by Tobias Blanken

Aus dem FTD-Artikel Gaza: Knieschuss für Verräter von Silke Mertins:

Den Terror des Krieges haben die Menschen in Gaza hinter sich. Jetzt leiden sie unter dem Terror der Hamas. Sie beschimpft Mitglieder der verfeindeten Fatah als Kollaborateure Israels und hat eine brutale Jagd auf sie eröffnet.

[...] Dieses Mal berichtet ein Fatah-Mann aus Gaza, welche Zahlen man zusammengetragen hat, seit der Krieg zwischen Israel und der Hamas am vergangenen Sonntag mit einem Waffenstillstand endete: Die Extremistenorganisation habe 18 Exekutionen durchgeführt, mindestens 300 Männer verhaftet. 47 Menschen sei ins Knie oder Bein geschossen worden – grausames Markenzeichen der Hamas im Umgang mit Rivalen. Dutzenden seien Gliedmaßen mit der Axt amputiert worden, einigen seien die Augen ausgestochen worden. Ein Kinderkrankenhaus und eine Augenklinik würden die Hamas-Sicherheitskräfte als “Verhörzentren” nutzen.

Und, nein, es wird mit Sicherheit keine spannenden Sondersendungen im Fernsehen geben, bei denen es so richtig menschelt und die Opfer (und vermeintliche Opfer) ein ums andere Mal in die Kamera gehalten werden. Und, nein, es werden auch nicht abertausende von selbsternannten “Menschenrechtsaktivisten” und “Friedensfreunden” auf die Straße gehen, um auf das Leid hinzuweisen, was den Palästinensern angetan wird. Und, nein, Norbert Blüm, Udo Steinbach und Norman Paech werden sich wegen des Leides auch nicht in Rage reden. Kurz: Es herrscht wieder business as usual.

14th January
2009
written by Tobias Blanken

Alan Dershowitz im ZEIT-Interview:

Dershowitz: Was heißt Verhältnismäßigkeit? Für jede Hamas-Rakete darf Israel eine zurückfeuern? Jeder tote Israeli “erlaubt” einen toten Palästinenser? Nein, Verhältnismäßigkeit ist ganz einfach definiert: Was immer notwendig ist, um eine Aggression gegen die eigene Bevölkerung zu stoppen, das ist verhältnismäßig. Entscheidend ist nicht der konkrete Schaden, sondern das Risiko. Israel muss nicht warten, bis eine Rakete einen vollbesetzten Kindergarten trifft.
Zudem: Die UN sind absolut nicht objektiv, wenn es um Israel geht. Die UN haben nichts getan in Darfur oder in Ruanda, nichts gegen Fälle tatsächlichen Völkermords, aber mehr Resolutionen gegen Israel verabschiedet als gegen alle anderen Staaten der Welt zusammen. Die UN sind Teil des Problems, nicht die Lösung.

Das ganze Interview: “Israels Vorgehen ist angemessen”.

Siehe auch Spirit of Entebbe: Die UN, dein Freund und Helfer.

13th January
2009
written by Tobias Blanken

Auch die Nationalpazifisten werden durch das Leid der armen, unschuldigen Palästinenser um den Schlaf gebracht:

Die sogenannte Mahnwache der NPD am heutigen Freitagabend gegen den Angriff Israels auf den Gazastreifen darf stattfinden, allerdings nur eingeschränkt. Wie berichtet, hatte der NPD-Bezirkschef Roland Wuttke zunächst einen Umzug vom Rathaus zum Jakobsplatz angemeldet, um dort symbolisch die Synagoge mit Schuhen zu bewerfen.

So die Süddeutsche.

12th January
2009
written by Tobias Blanken

Should the Israeli army refrain from employing its technical supremacy and limit itself to the weapons that Hamas uses—that is to say, crude rockets and stones? Should it feel free to adopt the strategy of suicide bombers and the deliberate targeting of civilians? Or, better still, would it be appropriate for Israel to wait patiently until Hamas, with the help of Iran and Syria, is able to “balance” Israel’s firepower? Or might it be necessary to level the playing field regarding not only means but also aims? Hamas, unlike the Palestinian Authority, refuses to recognize the Jewish state’s right to exist and dreams of the annihilation of its citizens; should Israel match this radicalism?

André Glucksmann: On “Disproportion”.

9th January
2009
written by Tobias Blanken

Das Ziel ist nicht die Zweistaatenlösung; Hamas und Iran wollen Israel in der Tat »ausradieren«. Doch ist diese Endlösung bloß fernes Endziel. Hier und jetzt geht es um die Machtfrage in Mittelost – gegen Amerika, gegen Israel als seinen »Festlandsdegen«, gegen die sunnitischen Verbündeten der USA. Probates Mittel ist der Zermürbungs- und Demoralisierungskrieg. Was in westlicher Logik Wahnsinn ist, verwandelt sich im Kopf des Gotteskriegers in Rationalität – Bombardements, ja den Einmarsch zu provozieren ist Teil der Strategie. Je mächtiger die Zerstörung, desto höher der Sympathie- und Solidarisierungseffekt im Bilderkrieg – in Arabien wie im Westen. Das ist die Perfektion der Perversion: Israelis umzubringen ist gut; die eigenen Leute sterben zu lassen ist es auch.

Josef Joffe in der ZEIT: Logik des Wahnsinns.

Und in der WELT vertritt Michael Stürmer eine fast identische Position:

Es tobt ein Krieg der Bilder im Nahen Osten. Für die islamischen Milizen gilt: Je mehr Leid die Aufnahmen zeigen, desto besser. Die Stimmung in der gesamten Region soll sich gegen Israel wenden. Dahinter stehen vor allem die Interessen des Iran, der sich eine Vormachtstellung im Nahen Osten sichern will.

Michael Stürmer in der WELT: Im Gaza-Krieg geht es um die Macht des Iran.

7th January
2009
written by Tobias Blanken

The poverty and the death and the despair among the Palestinians in Gaza moves me to tears. How can it not? Who can see pictures of children in a war zone or a slum street and not be angry and bewildered and driven to protest? And what is so appalling is that it is so unnecessary. For there can be peace and prosperity at the smallest of prices. The Palestinians need only say that they will allow Israel to exist in peace. They need only say this tiny thing, and mean it, and there is pretty much nothing they cannot have.

Daniel Finkelstein: Israel acts because the world won’t defend it .

25th October
2008
written by Tobias Blanken

Dieses Foto kann man nicht genug weiter verlinken.

(Sendungsbewusstsein)

Diese Frau hat sich den Sacharow-Preis verdient. Mindestens. Sie riskiert Leib und Leben, um sich mit den Ärmsten der Ärmsten zu solidarisieren. Sie ist die Frau, die freiwillig ins Warschauer Ghetto unserer Zeiten ging. Ihr Aufenthalt im größten Gefängnis der Welt ist ein einziges Martyrium. Dieses Bild erreichte die empörte Weltöffentlichkeit jetzt unter dramatischen, ja geradezu lebensgefährlichen Umständen: Die Tante von den Kindern von Tony Blairs Frau.

25th April
2008
written by Tobias Blanken

Aus dem Newsletter der israelischen Botschaft:

In Übereinstimmung mit dem Transferabkommen kam am Donnerstagnachmittag der erste Tanklastzug aus dem Gaza-Streifen, um Treibstoff für die UNRWA zu beziehen. Zehntausende Palästinenser blockierten jedoch die Hauptzufahrtswege zu dem Depot, verhinderten die Zufahrt des Tankwagens und somit die Treibstoffversorgung. [...]

Es ist unsere Hoffnung, dass die Palästinenser den Tanklastzügen morgen erlauben werden, das Treibstoffdepot zu erreichen und die UN-Organisationen, die sich um die Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen kümmern, zu versorgen. [...]

Oberst Press hat die Palästinenser dazu aufgerufen, Treibstoff vom palästinensischen Depot bei Nahal Oz zu beziehen und ihn für jene verschiedenen humanitären und zivilen Zwecke einzusetzen, für die er bestimmt ist.

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