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19th November
2007
written by Tobias Blanken

… doch jetzt müssen weite Teile der Geschichte des dritten Reiches umgeschrieben werden…

In der Onlineausgabe der FAZ ist heute eine Rezension von Simon Sebag Montefiores Der junge Stalin erschienen. Die Rezension Stalin: Kindheit eines Kreml-Chefs beginnt mit folgendem Absatz:

An mindestens drei Stellen in Simon Sebag Montefiores Buch über den jungen Stalin darf der Leser hoffen, den entscheidenden Schlüssel gefunden zu haben, den, der die Tür zwischen gewöhnlichem politischem Fanatismus und blutrünstiger Perversion öffnet. Da sind, am Anfang, die Schläge: Der junge Josef, genannt Soso, wird nicht nur von seinem unberechenbaren Vater halb zu Tode geprügelt, auch seine Mutter schlägt ihn mit einer selbst für georgische Verhältnisse unerhörten Inbrunst.

In einem weiteren Absatz werden dann die Quellen des Bösen gesucht:

Mit der Frage nach Stalins Jugend unternimmt der Leser eine Reise zu den Quellen des Bösen. Stalins Untaten im großen Stil sind bekannt, aber es ist die persönliche, gewissermaßen zwischenmenschliche Perversion, die bestens mit einem gewinnenden, poetischen Charme koexistierte, die den Fall Stalin beunruhigend macht.

Das Buch – ich habe nur die Rezension gelesen – mag biographisch informativ sein. Und es ist vermutlich auch gut geschrieben. Aber Bestialität des Kommunismus aus Stalins Kinderheitserfahrungen abzuleiten ist keine Aufgabe für Wissenschaftler, sondern für Harald Schmidt.