Posts Tagged ‘Heiner Geißler’

9th February
2008
written by Tobias Blanken

Auf DIE ZEIT findet sich eine Umfrage unter “Prominenten” (teilweise Kategorie Dschungelcamp):

Die Nato-Partner fordern deutsche Kampftruppen für Afghanistan. Die Bundesregierung lehnt das ab. Was denken prominente Zeitgenossen über den Krieg und das deutsche Engagment am Hindukusch? Eine Umfrage.

Was man dort erfährt: Hans-Ulrich Klose ist korrekt wie immer, Angelika Beer faselt nationalpazifistischen (am deutschen Wesen soll Afghanistan genesen), “ganzheitlichen” Quark, Eckart von Klaeden ist eigentlich auch ganz in Ordnung und Heiner Geißler – Überraschung! – ist noch nicht ganz von allen Sinnen verlassen. Aber dann gibt es noch Feridun Zaimoglu, Schriftsteller und Mitglied der Deutschen Islamkonferenz, der selbstverständlich – irgendwie muss man sich ja sein Ticket zur Islamkonferenz verdienen – für den sofortigen Abzug plädiert, u.a. mit folgender Begründung:

In der Geschichte lief es immer darauf hinaus, dass Besatzungstruppen verloren haben und letztlich das Weite suchten. Das ist eine große Gefahr. Die wird nicht dadurch kleiner, dass man mit Besänftigungsmärchen daher kommt. Wir leben in einer Zeit der Besatzungsdemokraten. Wir – und ich bin von meinem Selbstverständnis her Deutscher – wir haben dort nichts zu suchen. Die Amerikaner vertreten mit ihrer Imperialpolitik eigene Interessen und man darf sich auf keinen Fall zum Werkzeug dieser Politik machen. Je eher wir die Truppen abziehen, desto besser.

Wenn er nur einen Funken historischen Wissens hätte, dann wüsste der Herr Zaimoglu sicher, dass er es den alliierten Besatzungsmächten verdankt, sein gequirltes Unwissen in einer deutschen Zeitung überhaupt von sich geben zu können. Und er wüsste vielleicht auch, dass es vorwiegend die amerikanischen Alliierten waren, die in über 40 Jahren die freie Meinungsäußerung in der Bundesrepublik und in Westberlin gesichert haben. Cause these Colours Don’t Run.

Sie haben eben nicht letztendlich das Weite gesucht, sondern die freie Welt selbst in Deutschland gegen Nazibarbarei und Kommunismus verteidigt – und zwar jahrzehntelang. Andernfalls könnte er jetzt sein Maul gar nicht so weit aufreißen…. obwohl…. sowas wie die Amerikaner vertreten mit ihrer Imperialpolitik eigene Interessen und man darf sich auf keinen Fall zum Werkzeug dieser Politik machen hätte er durchaus auch unter den Nazis oder den DDR-Kommunisten von sich geben können. Vielleicht doch nicht so dumm, der Herr Zaimoglu.