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Ich kann gar kein Antisemit sein, denn ich bin Semit.
(Jamal “die allmächtige zionistische Lobby” Karsli)
Letzte Woche dachte ich ja noch, dass diese verquere Logik nicht mehr zu toppen ist. Aber da habe ich mich wohl geirrt. Auch dachte ich immer, dass die Selbstinszenierung von nationalistischen und revanchistischen Österreichern, die ihr Land als “erstes Opfer des Nationalsozialismus” darstellen, an Absurdität nur schwer übertroffen werden kann.
Aber dann bin ich über diesen Artikel in der Readers Edition gestolpert, in dem der Leser erfahren kann, dass a) der normale Deutsche natürlich – niemals – ein Antisemit gewesen ist und b) der Holocaust eigentlich dem deutschen Volk gegolten hat. Selbstverständlich haben es die Juden auch zu verantworten, wenn man sie anstelle der Deutschen vernichtet hat – schließlich haben sie durch ihren “Absolutheitsanspruch” den Nazis ein ideales Motiv gegeben. Aber lassen wir die Readers Edition doch einfach zu Wort kommen:
Ich persönlich glaube nicht, dass der normale Deutsche jemals einen Konflikt mit Semiten hatte, gestern nicht und heute auch nicht. Spätere und neue Aufarbeitungen des Holocaust jedoch werden zeigen, dass die Vernichtung der Juden im Dritten Reich, nichts weiter waren, als ein übliches diktatorische Mittel der Freundfeindaufteilung über die Vogelfreierklärung einer Minderheit im eigenen Land.
Besonders geeignet hierfür war die jüdische Religion mit ihrem Anspruch auf den wahren Gott. Denn sie besagt: Wer kein Jude ist, ist ungläubig. Hier besteht Absolutheitsanspruch. Die Nationalsozialisten haben dies geschickt verwendet, um ihr eigenes Volk zu unterdrücken, insoweit, als sie vermittelten: bist du gegen uns, dann geht es dir wie den Juden.
Und, wozu diese geistigen Verrenkungen? Genau: Die armen, unschuldigen Deutschen werden unterdrückt, damit die Juden weiterhin die “semitischen Araber” diskriminieren können: Besonders brisant wird die Auslegung des Begriffs Antisemitismus neuzeitlich in Bezug auf die Juden in Israel werden, hinsichtlich semitischen Araber die dort ganz offensichtlich diskriminiert werden. Hier werden die Juden an einen Konflikt zwischen Vergangenheit und Gegenwart stoßen, der zeigen wird, dass Antisemitismus kein dauerhaftes Schuldgefühlprogramm ist, das man den Deutschen auf ewig unterstellen kann. Die National-Zeitung und Jamal Karsli hätten es nicht besser formulieren können.
Im FrontPage Magazine setzt sich Raymond Ibrahim mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden vom Al Qaeda Reader und Hitlers Mein Kampf auseinander.
Aus dem Artikel zitier ich nachfolgend die drei Passagen, die Raymond Ibrahim über The Jew aus dem Al Qaeda Reader verwendet:
You should know that seeking to kill Americans and Jews everywhere in the world is one of the greatest duties [for Muslims], and the good deed most preferred by Allah, the Exalted.
You [America] are a nation that permits usury, though it has been forbidden by all the religions. Yet you build your economy and investments on usury. As a result of this, in all its different forms and guises, the Jews have taken control of your economy, thereby taking control of your media, and now control all aspects of your life, making you their servants and achieving their aims at your expense—precisely what Benjamin Franklin warned you against.
Come let me [bin Laden] tell you who the Jews are. The Jews have lied about the Creator, and even more so about His creations. The Jews are the murderers of the prophets, the violators of agreements…. These are the Jews: usurers and whoremongers. They will leave you nothing, neither this world nor religion…. Such are the Jews who, in accordance with their religion, believe that human beings are their slaves and that those who refuse [to recognize this] should be put to death.
Die Ähnlichkeit zu Hitlers Weltbild sind unverkennbar. Wegen der ersten Passage könnte Al Qaeda jedoch auch gut von der Hamas wegen geistigen Diebstahls verklagt werden – aber eine Krähe hackt der anderen ja bekanntlich auch kein Auge aus. Ähnlich unwahrscheinlich dürften auch Plagiatsvorwürfe von John J. Mearsheimer und Stephen Walt wegen der zweiten Passage sein, aber man sollte auch nie die akademische Ehrpusseligkeit unterschätzen.
Raymond Ibrahim kommt in dem Artikel The Al Qaeda Reader and Mein Kampf jedenfalls zu dem wenig beruhigendem Fazit:
In the final analysis, the theological aspects of The Al Qaeda Reader make it a much more disturbing read than something like Mein Kampf. That the ideologies presented in Mein Kampf are ultimately traced back to a man, whereas many of the ideologies of The Al Qaeda Reader are traced back to Muhammad and Allah—becoming theology—is a great matter. Man-made ideologies can always be discredited and allotted to the dustbins of history. Ideologies grounded in theologies, however, are not so easily dismantled, for they are grounded in the Immutable and simply must apply—yesterday, today, and tomorrow—regardless of all outward evidence to the contrary. To reject them is to reject the commandments of God and fall into a state of infidelity.