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Bernd Ulrich hat auf der Webseite der ZEIT einen längeren Artikel darüber geschrieben, wie die neue linke Mehrheit tickt.
Folgende zwei Absätze geben Ulrichs zentralen Punkte deutlich wieder; zunächst die veränderte Defintion darüber, wer alles als Opfer dieser Gesellschaft betrachtet werden soll:
Mit dieser Wendung konterkariert Eppler ganz nebenbei auch Kurt Becks Formel von der »solidarischen Mehrheit«. Damit war gemeint, dass es den meisten Deutschen gut geht und dass sie auch wollen, dass es den Benachteiligten hier, in den Entwicklungsländern, aber auch den Zukünftigen nicht zu schlecht geht. Wahrscheinlich sieht das die Mehrheit noch immer so. Doch wird die Bereitschaft zur Solidarität immer häufiger gerade von denen unterwandert, die sie am lautesten fordern – einfach, indem die Zahl der Ängstlichen, der Verlierer und Opfer beständig ausgedehnt wird: Arbeitslose, Rentner, Mittelschicht, Studenten, Autofahrer, Eltern, Kinder… Eine ganze Gesellschaft von Benachteiligten – das ist die linke Mehrheit.
Als zweiten Punkt wird von ihm die veränderte außenpolitischen Ausrichtung der Linken benannt – Entspannungspolitik um jeden Preis:
Die Linkspartei hat traditionsgemäß ein etwas entspannteres Verhältnis zu manchen Diktaturen. Dieses relativistische Denken bringt sie nun offenbar in die neue linke Mehrheit ein. So entsteht langsam eine Redeweise, in der die USA und China, der Dalai Lama und Milošević, Kuba und das Kosovo moralisch verschwimmen. In dieser Nacht sind alle Katzen grausam.
Der Satz die Linkspartei hat traditionsgemäß ein etwas entspannteres Verhältnis zu manchen Diktaturen ist natürlich trotz der Polemik in der Sache treffend. Mehr unter: Im Land der Opfer: Wie die neue linke Mehrheit tickt.