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Selbst die Süddeutsche kann es nicht mehr ignorieren:
Ein anderer Name dürfte derweil für die Taktik stehen, mit der Washington künftig in den Schluchten des Hindukusch vorankommen will: David Petraeus. Der Vier-Sterne-General, inzwischen der Chef des US-Zentralkommandos, gilt als Vater von Amerikas spätem Erfolg [!] im Irak. Petraeus will, getreu seinem Lehrbuch zur erfolgreichen Aufstandsbekämpfung, mit mehr amerikanischen Soldaten in Afghanistan erneut in die Schlacht ziehen. Mehr Bodentruppen verheißen, zumindest vorübergehend, mehr Blutvergießen – aber hoffentlich weniger blindes Bomben per Drohnen wie bisher.
Der Irak als Lektion für Afghanistan: Obama mag es nicht so sagen, aber er wird es tun. Er will, um seinen guten Krieg zu gewinnen, jetzt vom schlechten Krieg das Siegen lernen.
Aus: Obamas Engagement für Afghanistan – Amerikas guter Krieg.
Die Rolle des BND vor und während des Irak-Krieges war wesentlich brisanter als bisher bekannt. Hochrangige US-Militärs versicherten dem SPIEGEL, die Berichte zweier deutscher Agenten in Bagdad seien extrem wichtig und wertvoll gewesen – teilweise sogar kriegsentscheidend.
Die Skandalisierung der Unterstützung von Kampfhandlungen erschließt sich mir nicht. Wenn man gegen den Irakkrieg war – wofür es abseits des Antiamerikanismus und des Nationalpazifismus auch gute Gründe gab – dann sollte man sich doch dafür engagieren, dass der Krieg, so er erstmal begonnen hatte, auch möglichst schnell beendet wird. Jedenfalls dann, wenn einem das Leid im Krieg nicht vollkommen am Arsch vorbei geht. Und man sollte sich dafür einsetzen, dass der Krieg möglichst effizient geführt wird. Und wenn man über Informationen verfügt, die den Krieg verkürzen und unnötiges Leid verhindern, dann gibt man sie weiter. Verantwortungsethik schlägt Gesinnungsethik.
Die Leistung des BND überrascht aber dann doch. Vermutlich ist der BND tatsächlich besser als sein Ruf. Aber dass John McClane im Vergleich mit den beiden deutschen Agenten locker den Kürzeren zieht wirkt dann doch übertrieben. Und gar zu behaupten, dass die Informationen “kriegsentscheidend” waren, ist einfach nur lächerlich. Da nehmen die Deutschen sich einfach zu wichtig. Als läge der Mittelpunkt der Welt ausgerechnet in Pullach.