Posts Tagged ‘Iran’

1st January
2012
written by Tobias Blanken

Fragen Sie Osama bin Laden, ob ich ein Appeaser bin.

(Barack Obama)

Richard Herzinger: Obama wird die militärische Option gegen Irans Regime nicht scheuen

21st December
2011
written by Tobias Blanken

Es gibt kein Good mehr, nur noch Bad and Ugly: In der neuen Ausgabe von Foreign Affairs (Januar/Februar 2012) erläutert Matthew Kroenig, warum er gezielte Militärschläge gegen die iranischen Atomanlagen für die am wenigsten schlechte Option hält:

For several years now, starting long before this episode, American pundits and policymakers have been debating whether the United States should attack Iran and attempt to eliminate its nuclear facilities. Proponents of a strike have argued that the only thing worse than military action against Iran would be an Iran armed with nuclear weapons. Critics, meanwhile, have warned that such a raid would likely fail and, even if it succeeded, would spark a full-fledged war and a global economic crisis. They have urged the United States to rely on nonmilitary options, such as diplomacy, sanctions, and covert operations, to prevent Iran from acquiring a bomb. Fearing the costs of a bombing campaign, most critics maintain that if these other tactics fail to impede Tehran’s progress, the United States should simply learn to live with a nuclear Iran.

But skeptics of military action fail to appreciate the true danger that a nuclear-armed Iran would pose to U.S. interests in the Middle East and beyond. And their grim forecasts assume that the cure would be worse than the disease — that is, that the consequences of a U.S. assault on Iran would be as bad as or worse than those of Iran achieving its nuclear ambitions. But that is a faulty assumption. The truth is that a military strike intended to destroy Iran’s nuclear program, if managed carefully, could spare the region and the world a very real threat and dramatically improve the long-term national security of the United States.

Foreign Affairs: Time to Attack Iran*

Und beim American Interest führt Walter Russell Mead aus, warum er davon ausgeht, dass die Regierung Obama noch in dieser Legislaturperiode die iranischen Atomanlagen angreifen wird:

After Defense Secretary Leon Panetta’s interview with CBS, it’s time for the world to reassess. The administration, Secretary Panetta makes clear will not allow Iran to get a nuclear bomb. Period. If Washington must bomb Iranian facilities in order to stop them, Obama will bomb.

In a recent interview with CBS news anchor Scott Pelley, Panetta said “the United States does not want Iran to develop a nuclear weapon. That’s a red line for us”. He continued: “We will take whatever steps are necessary to stop them”. A nuclear Iran is “unacceptable”. When US secretaries talk about “whatever steps are necessary” they are not usually talking about holding one more meeting of the sanctions committee. They are thinking shock and awe rather than cookies and tea.

American Interest: Obama Moves Toward War With Iran

*Erfordert bei Foreign Affairs nur Registration (kostenlos), nicht Subsciption (kostenpflichtig).

13th October
2011
written by Tobias Blanken

Üblicherweise ermorden Agenten der Elite- und Terroreinheit der mächtigen iranischen Revolutionsgarde iranische Dissidenten im Ausland, jedoch nicht die diplomatischen Vertreter anderer Staaten.

(FAZ)

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28th August
2011
written by Tobias Blanken

Michael Kreutz hat Ahmadinejads Rede zum Al-Quds-Tag auszugsweise ins Deutsche übersetzt. Ein ziemlich scheußliches Dokument des Wahns; zusammenfassen lässt sich das Hass-Pamphlet am ehesten noch durch ein “Die Zionisten sind unser Unglück” (samt Assoziationen).

Das zionistische Regime, so Ahmadinejad, ist eine Verschwörung und ein Wegbereiter für die Herrschaft kulturloser Kapitalisten und seine Parole ist die Parole der Herrschaft über die ganze Welt. Der beste Beweis dafür, dass Israel dem zerstörerischen Geist des westlichen Kapitalismus den Weg in den Nahen Osten bereite, sei die dauerhafte Rückständigkeit der Länder dieser Region – als Teil des zionistischen Plans, die regionale Vorherrschaft zu übernehmen. Die fortgesetzte Existenz Israels sei daher nicht nur gegen Palästina und die Staaten der Region gerichtet, sondern gegen die menschliche Würde (karāmat-e ensānī) aller Völker. In gleicher Weise seien alle menschlichen Werte und Grundlagen, wie auch Gesetze und Beschlüsse, die auf der Welt gelten sollten, dem Zionismus zum Opfer gefallen.

Alle Prämissen der israelischen Existenz seien denn auch auf Lügen und Täuschungen aufgebaut. Überall in der Welt, selbst in Europa und Amerika, lebten die Massen unter elendesten wirtschaftlichen Bedingungen (badtarīn šarāyeṭ-e eqteṣādī), weshalb sie wegen einer antihumanen Macht (ḥākemīyat-e zedd-e ensānī) den Gürtel enger schnallen müssen.

Auch präsentiert Ahmadinejad Vorschläge zur EndLösung der Zionisten-Frage:

Alle Gläubigen, Monotheisten, Gerechtigkeits- und Freiheitsliebenden müssten sich auf die “Vernichtung des zionistischen Regimes” (maḥw-e režīm-e ṣehyūnīstī) konzentrieren, sodass die Anerkennung eines unabhängigen palästinensischen Staates nicht der Endpunkt, sondern nur der erste Schritt (gām-o sekū-ye awwal) sein könne. Letztlich gehe es darum, dass das ganze besetzte Palästina befreit werde.

Das “zionistische Regime” sei ein “Herd von Mikroben und Krebszellen” (kānūn-e mīkrōb ve-selūlhā-ye sarṭānī). Überlasse man ihm auch nur einen Handbreit palästinensischen Bodens, so sammle es schnell wieder Kräfte und schädige die ganze Region.

Michael Kreutz/TRANSATLANTIC FORUM: Israel eine Verschwörung des Kapitals

16th July
2011
written by Tobias Blanken

A tyrannical state is always in the killing business, so perhaps a state that is out of the killing business cannot be tyrannical. If that is right, then the execution of a tyrant should be the last execution.

So Michael Walzer 2007. Musste an Walzers Worte denken, als ich die Bildunterschrift bei diesem Artikel las. Und an Mahmoud Ahmadinejad und Ali Khamenei.

15th February
2011
written by Tobias Blanken

Ich möchte nie wieder türkische Kritik an der westlichen Doppelmoral hören.

Jörg Lau: Ankara, Teheran, Kairo.

14th February
2011
written by Tobias Blanken

Luc Jochimsen, [un]kulturpolitische Sprecherin der Linkspartei, lässt Gloria von Thurn und Taxis wie eine nette, vorurteilsfreie Humanistin aussehen:

Hermann L. Gremliza: Mit einem Ayatollah darüber zu diskutieren, ob eine Frau gesteinigt werden darf, ist sinnlos. Der will nichts erreichen, der will sie tot haben. Und zwar auf möglichst grausame Weise. Dem kann man nichts beibringen.

Luc Jochimsen: Die Iraner sehen das als Teil ihrer Kultur.

Quelle: Links gegen Dummlinks.

18th November
2010
written by Tobias Blanken

Thierry Chervel im Perlentaucher:

Ein ungutes Schweigen umgibt den Fall der beiden deutschen Journalisten, die vom iranischen Regime mit Spionagevorwürfen ins Gefängnis gesteckt wurden, weil sie über die drohende Steinigung Sakineh Ashtianis berichten wollten. Am Montag wurden die beiden wie Kriegsbeute im iranischen Fernsehen vorgeführt. Getrennt voneinander antworteten sie auf Fragen. Was sie sagten, war nicht zu verstehen, der Ton ihrer Stimmen wurde vom Kommentar in Farsi überdeckt.

Warum soll die Öffentlichkeit die Namen eigentlich nicht wissen? Im Auswärtigen Amt bestreitet man, dass es eine Empfehlung der Diplomaten gebe, die Namen nicht zu nennen. Das Amt selber unterlasse die Nennung aus rein datenschutz- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen, sagt ein Sprecher gegenüber dem Perlentaucher. Journalisten aber seien frei, die Namen zu nennen, es sei nur nicht üblich, das zu tun.

Aber kein Journalist, kein Medium, hat die Namen bisher ausgesprochen.

Ich erinnere mich an ähnliche Situationen in Frankreich. Wenn dort ein Regime Journalisten kidnappte, so wurden ihre Namen in der Regel fast in jeder Ausgabe der Abendnachrichten genannt – meist am Schluss der Sendungen: “Und übrigens, die Journalisten XY befinden sich nach wie vor in Haft.” So wird Druck auf die Regimes ausgeübt. Und Druck auf das eigene Außenministerium. Dieser Druck wird sehr stark von den Journalistenkollegen erzeugt, aus Solidarität mit den Kollegen, und sicher auch in der Hoffnung, dass sie irgendwie davon hören: zu Hause sind sie nicht vergessen.

Thierry Chervel: Die Logik der Beschwichtigung.

5th November
2010
written by Tobias Blanken

Henry Rollins unterwegs mit Shirin Neshat: “I wanna introduce you to a woman I hope you could measure up to later in your life. This is Shirin Neshat. She’s been exiled from Iran, from the fotos she has done, her family is separated from her, she stands up for the rights of Muslim women and women all over the world. This is what she does, and today she and I are on a date going out and filming such wonderful people – like yourself – and we’re just hanging ’round. … I just want you to know: Even if I’m maybe old… and a washed up, sold out motherfucker, you should at least respect this woman — Shirin Neshat has more balls than any over-tattooed trust-fund kid that traipsed in here in the last 48 hours.”

19th October
2010
written by Tobias Blanken

Jörg Lau über ein Gespräch mit dem iranischen Philosophen Ramin Jahanbegloo:

Als ich ihm sagte, dass eine Delegation deutscher Parlamentarier auf dem Weg in den Iran sei, um dort über “bilaterale kulturelle Angelegenheiten” zu sprechen, verzog sich seine Miene. Er lehnt das vollkommen ab und sagt, dies schade der Opposition und werde mit Sicherheit vom Regime ausgenutzt werden. Das ist, als würde man 1936 nach Berlin fahren, um mit Goebbels über Kulturpolitik zu verhandeln.

IRIB, die staatliche Rundfunkgesellschaft Propagandaplattform des Iran, meldet heute Vollzug:

Der Vorsitzende des Unterausschusses für Auswärtige Kultur und Bildungspolitik des Deutschen Bundestages, Peter Gauweiler, hat die friedliche Koexistenz unter den Anhängern verschiedener Religionen in der IRI als beispiellos bezeichnet. In keinem der Länder der Region sei ein derartig friedvolles Zusammenleben zu sehen, sagte Gauweiler am Montag bei einem Treffen mit dem iranischen Parlamentspräsidenten Ali Laridschani. Er nannte seinen Iran-Besuch bedeutend und ergänzte, dadurch habe er die Fakten der iranischen Gesellschaft näher kennen gelernt. Gauweiler kritisierte auch die negative Propaganda europäischer Massenmedien gegen Iran.

IRIB: Gauweiler würdigt friedliches Zusammenleben von Anhängern verschiedener Religionen in Iran. Siehe auch den Kommentar von FREE IRAN NOW!

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