Posts Tagged ‘Islamismus’
Ein paar Basisbanalitäten von Hannes Stein im taz-Interview:
Sie haben einmal Mohammed als “pädophilen Räuberhauptmann mit einem entsetzlichen Mangel an Humor” bezeichnet. Würden Sie das wieder so formulieren?
Ja. Sehen Sie, ich halte Lenin für ein Krokodil, Trotzki für einen Mörder und Stalin für einen Spitzenverbrecher. Zugleich bin ich dafür, dass Kommunisten alle bürgerlichen Rechte genießen, um ihren Unsinn zu vertreten.
Ihren Freund Henryk M. Broder haben Sie dafür kritisiert, dass er keinen Zusammenhang zwischen Islamkritik und diesem Massenmord erkennen möchte. Worin besteht dieser Zusammenhang?
Auch das kann ich mit einer Analogie beantworten: Der Antikommunismus war immer berechtigt. Aber es gab zwei Arten: einen liberalen, demokratischen, auch linken Antikommunismus – man denke an George Orwell oder Manès Sperber. Und es gab den Antikommunismus der radikalen Rechten, etwa der Loge P2 in Italien. Ähnlich verhält es sich mit der Islamkritik. Es gibt eine demokratische und liberale Kritik am Islam und es gibt eine rechtsradikale.
taz: “Ich verteidige die offene Gesellschaft”
Joffe auf ZEIT ONLINE über die Diskussions-Guillotine “Islamophobie”:
Die Technik ist simpel. Erstens ist »Phobie« ein Showstopper: Wer eine krankhafte, weil unbegründete Angst vor X hat, ist nicht dicht in der Birne – ein Fall für die Couch, aber kein ernst zu nehmender Gesprächspartner. Ende der Diskussion; mit Gestörten wird nicht geredet. Zweitens die rhetorische Atombombe »Antisemitismus« – eine Killer-App im wahrsten Sinne des Wortes, das Wörtchen, das mit millionenfachem Mord einhergeht. Judenhass, der im Kaiserreich noch ganz respektabel war – denken wir an Wilhelm Marrs »Antisemitenliga« oder die »Deutsche Antisemitische Vereinigung« –, ist seit Adolf Nazi das Menschheitsverbrechen schlechthin. Islamophobie ist gleich Antisemitismus ist gleich Vernichtungslager – eine gewollte assoziative Verkettung, die den Atem nimmt.
Und wieder einen neuen Ausdruck gelernt:
Als ich Ahmadinedschad zum ersten Mal traf, kam er mir vor wie ein Islamo-Maoist, schon vom Aufzug her. Kein Wunder also, dass er sich trotz aller Differenzen mit Chávez zusammengetan hat, da gibt es eine gemeinsame ideologisch revolutionäre Grundlage.
Quelle: Joschka Fischer
Hitler wird seine Gründe gehabt haben.
DIE ZEIT-Autor Fritz Schaap verbrachte vier Wochen undercover in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria – als Student einer Arabisch-Sprachschule, die bei deutschen Gotteskriegern beliebt ist.
Unbedingt lesenswert: Grundkurs Islamismus.
Thomas L. Friedman rangiert bei mir in der “Can’t live with him, can’t live without him” Liga. Manchmal schreibt er verdammt intelligente Dinge, manchmal auch einfach nur einen fürchterlichen Haufen Schrott. Aber irgendwie kommt man nie von ihm los, was vermutlich an seiner sehr, sehr guten Schreibe liegt. Und, natürlich, an seinem Faible für gute Metaphern.
Die heutigen Nachrichten haben mich an zwei ältere Op-Eds von ihm erinnert, beide beschreiben den täglichen Wahnsinn mit den Islamisten verdammt treffend.
Thomas L. Friedman, 21. August 2010:
[...] because the roots of 9/11 are an intra-Muslim fight, which America, as an ally of one faction, got pulled into. There are at least three different intra-Muslim wars raging today. One is between the Sunni far right and the Sunni far-far right in Saudi Arabia. This was the war between Osama bin Laden (the far-far right) and the Saudi ruling family (the far right). It is a war between those who think women shouldn’t drive and those who think they shouldn’t even leave the house. Bin Laden attacked us because we prop up his Saudi rivals — which we do to get their oil.
In Iraq, you have the pure Sunni- versus-Shiite struggle. And in Pakistan, you have the fundamentalist Sunnis versus everyone else: Shiites, Ahmadis and Sufis. You will notice that in each of these civil wars, barely a week goes by without one Muslim faction blowing up another faction’s mosque or gathering of innocents — like Tuesday’s bombing in Baghdad, at the opening of Ramadan, which killed 61 people.
At least 55 people have been killed and nearly 100 injured in a suicide bomb attack on a mosque in north-west Pakistan, local officials say.
Thomas L. Friedman, 15. Dezember 2009:
So please tell me, how are we supposed to help build something decent and self-sustaining in Afghanistan and Pakistan when jihadists murder other Muslims by the dozens and no one really calls them out?
A corrosive mind-set has taken hold since 9/11. It says that Arabs and Muslims are only objects, never responsible for anything in their world, and we are the only subjects, responsible for everything that happens in their world. We infantilize them.
Arab and Muslims are not just objects. They are subjects. They aspire to, are able to and must be challenged to take responsibility for their world. If we want a peaceful, tolerant region more than they do, they will hold our coats while we fight, and they will hold their tongues against their worst extremists.
Update: Die Opferzahlen sind noch höher; laut ZEIT war der Selbstmordattentäter 14 oder 15 Jahre alt:
Während des Freitagsgebets hat sich unweit von Peschawar ein jugendlicher Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Er riss mindestens 67 Menschen mit in den Tod. Mehr als 70 weitere Gläubige und Passanten seien verletzt worden, sagte ein Behördensprecher.
Die Detonation zerstörte das Gebäude völlig, wie ein Vertreter der pakistanischen Provinz Khyber-Pakhtunkhwa mitteilte. Durch die Wucht der Explosion wurden auch Häuser in der Umgebung beschädigt. Der 14- oder 15-Jährige Attentäter soll den Sprengsatz gezündet haben, als die Gläubigen dabei gewesen waren, die Waali-Moschee in Darra Adam Khel zu verlassen.
Caroline Fetscher über die Studie “Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2010″ (.pdf):
Unbeleuchtet bleibt in dieser Studie allerdings ein besonderes Paradoxon der Gegenwart, in der zwei Typen autoritärer Denkweisen aufeinanderprallen. Während autoritäres Denken, körperliche Gewalt in der Erziehung und Antisemitismus gerade bei vielen Migranten aus muslimisch geprägten Gesellschaften verbreitet sind, werden gerade diese Muslime konfrontiert mit den Ressentiments der narzisstisch gekränkten, krisenverunsicherten Deutschen. Zwei demokratieferne Gruppen antagonisieren einander.
Burka absurd: Zwei junge Französinnen sind mit Stöckelschuhen, Minirock und verschleiertem Gesicht durch Paris gelaufen. Die Aktion der Niqabitches (“Schleierschlampen”) richtet sich gegen das Burka-Verbot in Frankreich, Passanten reagieren erfreut.
Weiter heißt es bei SPIEGEL ONLINE: Es sei ihnen nicht darum gegangen, islamische Fundamentalisten lächerlich zu machen, betonen die Frauen.
Besser ist’s.
Die FAZ über das Verbotsverfahren gegen die deutsche IHH Sektion:
Die Verfassungsschutzbehörden von Bund und Ländern haben mit dem Verbotsverfahren der deutschen Spendenorganisation „Internationale Humanitäre Hilfe“ (IHH) neue Erkenntnisse über personelle und sachliche Verbindungen zwischen dem Spendenverein und „Mili Görüs“ gewonnen, der größten islamischen Organisation in Deutschland. [...]
Das so genannte Freiheitsschiff, die „Mavi Marmara“, die von der türkischen IHH unterstützt wurde, war am 31. Mai in internationalen Gewässern von der israelischen Armee aufgebracht worden. Bei der Erstürmung waren neun Personen getötet worden. Auf dem Boot hatte sich auch Abgeordnete der Linke-Fraktion befunden, in dem Glauben Teil einer humanitären Hilfsaktion zu Gunsten der notleidenden Bevölkerung im Gaza zu sein.
Innenminister de Maizière hatte die IHH Mitte Juli verboten, weil die Organisation etwa 6,6 Millionen Euro an die Hamas transferiert hatte. Die IHH habe über Jahre den Hamas-nahen Vereinen „Islamic Charitable Society Hebron“ und der „Islamic Society“, der größten Hamas-Sozialorganisation, beträchtliche Summen zukommen lassen. So seien an die „Islamic Society“ zwischen 2007 und 2009 insgesamt 1,7 Millionen Euro überwiesen worden, an die „Islamic Charitable Society“ seit 2006 280.000 Euro.
Unbedingt lesenswert: „Taschengeld für palästinensische Geschwister!“
In a 12 minutes address Osama bin Laden spoke to the American people on the eighth anniversary of 9/11:
Osama then said “our two Umma (meaning the America and the Muslim world) are both victims” of one aggressor, that is in his words, those “who control the White House, particularly the Israeli Lobby and the multinational corporations.” He endorsed two books for Americans to understand how these lobbies control the White House. “A book by a former CIA agent who apologized for his crimes as a mercenary and another book titled the Israel Lobby professors John Mearsheimer and Stephen Walt.” He claimed that these two books “will give you the truth.”
Bin Laden praised US President Obama for having “admitted at last in his speech in Cairo, the existence of our people’s miseries.” He also praised “former President Carter’s statements about the Palestinians during his last visit in Gaza, and particularly his statements on Israel’s racism.”
Bin Laden: “US Must eliminate the Israel Lobby to end war”
Nachtrag: Das TRANSATLANTIC FORUM hat eine deutsche Arbeitsübersetzung in Auszügen online gestellt.
Nachtrag II: Siehe auch die New York Times: Bin Laden’s Reading List for Americans.
