Posts Tagged ‘Josef Stalin’

26th February
2008
written by Tobias Blanken

Dieses Foto habe ich gestern im Eingangsbereich vom Kino Central in Berlin Mitte gemacht:

Kino Central Berlin Mitte

Das schwarze Poster sieht von nahem so aus:

Benito Mussolini, Josef Stalin, Adolf Hitler, Mao Zedong, Fidel Castro, Saddam Hussein

Ich habe absolut keine Ahnung, wer oder was für diese Aktion verantwortlich ist. Bin einfach nur fasziniert von der Aufzählung: Benito Mussolini 1922 Josef Stalin 1924 Adolf Hitler 1933 Mao Zedong 1949 Fidel Castro 1959 Saddam Hussein 1979. Whow.

18th February
2008
written by Tobias Blanken

Drüben in Zettels Raum gibt es aufgrund der aktuellen Dementis zu den Mauer- und Stasiäußerungen einen guten Bericht darüber, wie DIE LINKE auf europäischer Ebene mit den den unterschiedlichen kommunistischen Parteien zusammenarbeitet. Angesichts dieser Bündnisse – die u.a. die Solidarisierung mit der menschenrechtsverachtenden Diktatur auf Kuba beinhalten – kommt der Autor zu dem Schluss, dass “eine Partei, die europa- und weltweit mit kommunistischen Parteien aufs engste zusammenarbeitet, dies auch in Deutschland mit der DKP tut” eigentlich eine Selbstverständlichkeit sei.

Ein wirklich guter Artikel, an dem mir jedoch ein wesentlicher Punkt fehlt: Das Dementi des Parteivorstandes ist auf unangenehmste Art opportunistisch. Der Vorstand erklärte folgendes:

Die Äußerungen des DKP-Mitglieds Christel Wegner sind inakzeptabel. Der Vorstand der Partei DIE LINKE distanziert sich davon in aller Form. Für DIE LINKE gilt ohne jede Einschränkung der vom Parteitag beschlossene Grundsatz: “Wir haben aus der Geschichte gelernt: Respekt vor den Ansichten Andersdenkender ist Voraussetzung von Befreiung. Wir lehnen jede Form von Diktatur ab und verurteilen den Stalinismus als verbrecherischen Missbrauch des Sozialismus. Freiheit und Gleichheit, Sozialismus und Demokratie, Menschenrechte und Gerechtigkeit sind für uns unteilbar.”

Stalin starb 1953, Chruschtschow hielt seine Geheimrede 1956. Die Berliner Mauer wurde 1961 gebaut. Die Stasi hat bis zum Zusammenbruch der DDR gewirkt. Trotzdem distanziert sich der Vorstand ausgerechnet vom Stalinismus – als wenn der Stalinismus Thema der öffentlichen Auseinandersetzung gewesen wäre. Warum?

Erstens ist die Haltung für den Vorstand äußerst bequem – selbst unter kommunistischen Betonköpfen gehört eine Distanzierung vom Stalinismus zum guten Ton. Der Vorstand geht potentiellen Differenzen mit der Kommunistischen Plattform und anderen Gruppierungen innerhalb der Partei hierdurch aus dem Weg. Der zweite Grund ist noch perfider: Ausgerechnet eine Debatte um die Mauer und die Stasi wird von den Erben der SED genutzt, um den Sozialismus von den Verbrechen der DDR reinzuwaschen. “[...] und verurteilen den Stalinismus als verbrecherischen Missbrauch des Sozialismus” my ass.

19th November
2007
written by Tobias Blanken

… doch jetzt müssen weite Teile der Geschichte des dritten Reiches umgeschrieben werden…

In der Onlineausgabe der FAZ ist heute eine Rezension von Simon Sebag Montefiores Der junge Stalin erschienen. Die Rezension Stalin: Kindheit eines Kreml-Chefs beginnt mit folgendem Absatz:

An mindestens drei Stellen in Simon Sebag Montefiores Buch über den jungen Stalin darf der Leser hoffen, den entscheidenden Schlüssel gefunden zu haben, den, der die Tür zwischen gewöhnlichem politischem Fanatismus und blutrünstiger Perversion öffnet. Da sind, am Anfang, die Schläge: Der junge Josef, genannt Soso, wird nicht nur von seinem unberechenbaren Vater halb zu Tode geprügelt, auch seine Mutter schlägt ihn mit einer selbst für georgische Verhältnisse unerhörten Inbrunst.

In einem weiteren Absatz werden dann die Quellen des Bösen gesucht:

Mit der Frage nach Stalins Jugend unternimmt der Leser eine Reise zu den Quellen des Bösen. Stalins Untaten im großen Stil sind bekannt, aber es ist die persönliche, gewissermaßen zwischenmenschliche Perversion, die bestens mit einem gewinnenden, poetischen Charme koexistierte, die den Fall Stalin beunruhigend macht.

Das Buch – ich habe nur die Rezension gelesen – mag biographisch informativ sein. Und es ist vermutlich auch gut geschrieben. Aber Bestialität des Kommunismus aus Stalins Kinderheitserfahrungen abzuleiten ist keine Aufgabe für Wissenschaftler, sondern für Harald Schmidt.