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In der ZEIT findet sich ein Artikel über das Brunnenviertel im Berliner Stadtteil Wedding. Die Migranten wandern aus:
Im Berliner Brunnenviertel ist der Ausländeranteil so hoch, dass selbst einige türkische Familien ihre Kinder dort nicht mehr zur Schule schicken. Eine Initiative will nun das Quartier vor dem Niedergang bewahren.
Durchaus lesenswert. Was mich jedoch stärker beschäftigt: Ich wohne seit 7 1/2 Jahren in der Kastanienallee im Prenzlauer Berg. Also in der Straße, die wegen den ganzen Cafes und Modeboutiquen auch gerne mal “Castingallee” genannt wird. Die Straße, die von dem mäßig witzigen Rainald Grebe besungen wird. Die Straße, die neben dem Helmi das Zentrum der Bionaden-Biedermeier ist – laut ZEIT das Biotop der Schönen und Kreativen.
Und nun habe ich mal in den Stadtplan geschaut. Das Brunnenviertel ist von mir 500 Meter entfernt. Und ich war in den 7 1/2 Jahren niemals da. Klar, durch die Bernauer Straße an der Grenze zum Brunnenviertel fahre ich öfters. Ein paar mal bin ich auch durch die Gleimstraße gefahren. Aber in dem Viertel war ich nie. Das Viertel ist mir fremder als Spandau. Als würde die Mauer noch stehen.
Da wunderte ich mich gestern doch glatt, was all die Polizei- und Krankenwagen vor meinem Haus machen. Und warum der Bereich vor meiner Haustür abgesperrt und abfotografiert wurde. Und heute lese ich dann sowas.
Update: Im Feuilleton der FAZ wird sich heute mit deutschem Gangsterrap beschäftigt. Das Fazit fällt mies aus; das Problem mit dem deutschen Gangsterrap ist, dass er nicht mehr hervorbringt als Musik, die dreizehnjährigen Mädchen gefallen will, und gleichzeitig die stumpfsinnigsten, reaktionärsten und langweiligsten Werte perpetuiert. Kurz und gut: Bisschen uncool.
Die Jungs sind – um in ihrer Sprache zu bleiben – vollkommen am Arsch. Ausgerechnet vom Feuilleton der FAZ als uncool, reaktionär und langweilig bezeichnet zu werden ist jawohl der Diss des Jahres.
Da schaut man sich mal bei Flickr nach Fotos meiner Straße um, und dann stößt man auf ein Abbild solch eines Stencils:

Zwei Straßen weiter liegt übrigens Max Liebermann begraben. Von dem stammt ja bekanntlich der Satz: “Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte”. Something never changes.