Posts Tagged ‘Palästinenser’

26th September
2011
written by Tobias Blanken

The book Shakey by Jimmy McDonough claims the song originated when Young was on tour in the late 1980s. He and Frank “Poncho” Sampedro saw newspaper photos of the Ayatollah Khomeini’s body being carried to his grave as mourners were burning American flags in the street. Sampedro commented, “Whatever we do, we shouldn’t go near the Mideast. It’s probably better we just keep on rockin’ in the free world.”

(Wikipedia: Rockin’ in the Free World)

Map of countries that will support Palestine’s UN bid for statehood this month:

Palästinas Freunde

(via Jörg Lau)

13th January
2011
written by Tobias Blanken

Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter Palästinensern in Ost-Jerusalem, also dem Gebiet, was nach nahezu einhelliger internationaler Meinung Hauptstadt des zukünftigen palästinensischen Staates werden soll:

  • 35% der Palästinenser würden die israelische Staatsbürgerschaft bevorzugen; 30% die palästinensische. 35% machten keine Angabe.
  • Danach befragt, wie sich wohl ihre Nachbarschaft entscheiden würde, gaben 39% an, dass die Nachbarschaft vermutlich die israelische Staatsbürgerschaft wählen würde, 31% dagegen die palästinensische. 30% machten keine Angabe.
  • Falls ihre Nachbarschaft dem palästinensischen Staat zugeschlagen werden würde, dann würden 40% vermutlich in israelisches Gebiet umziehen, 37% würden dagegen in ihrer [dann palästinensischen] Nachbarschaft bleiben.
  • Falls ihre Nachbarschaft dagegen dem israelischen Staat zugeschlagen werden würde, dann würden 27% vermutlich in palästinensisches Gebiet umziehen, 54% würden in ihrer [israelischen] Nachbarschaft bleiben.

Die Annahme, dass die Mehrzahl der palästinensischen Einwohner Jerusalems nun morgens, mittags und abends die haTikwa singt und der Likud hier eine neue Wählerbasis erschließen kann, dürfte hingegen in die Irre führen: Nach den Gründen befragt, wurden so profane Dinge wie bessere Arbeitsmöglichkeiten, höhere Löhne und ein besseres Gesundheitssystem genannt. Die Palästinenser, die dann doch lieber im palästinensischen Staat leben wollen, nannten dagegen Nationalismus und Patriotismus als Hauptgründe.

Materieller Egoismus schlägt Ideologie, eine Entwicklung, die Hoffnung macht.

Nachtrag: Siehe auch Why Palestinians want to be Israeli citizens in der Washington Post.

22nd September
2010
written by Tobias Blanken

The present, the now, must not be important. If you want peace now, you may well never get peace. But if you have time—if you can wait—that changes the whole picture; then you may get peace now.

So Robert Aumann, der 2005 den Wirtschaftsnobelpreis für seine Studien auf dem Gebiet der Spieltheorie erhalten hat.

Die Handlungsanweisung erscheint zunächst recht schwachsinning oder gar, schlimmer: als dialektische Spielerei, aber Aumann leitet die Anweisung ziemlich sauber aus dem Erpresser-Paradoxon ab:

Zwei Männer werden mit 100.000 Dollar in einen Raum gebracht, ihnen wird gesagt, sie dürften das Geld behalten, wenn sie sich über die Verteilung einig werden. Der rationale Teilnehmer schlägt erwartungsgemäß einen fifty-fifty Deal vor, der jedoch von seinem Gegenüber mit den Worten “entweder ich kriege 90.000 Dollar oder wir beide verlassen den Raum ohne Geld” abgelehnt wird. Der rationale Teilnehmer versucht ihn daraufhin mit vernünftigen Argumenten zu überzeugen, was aber ebenfalls fehlschlägt, da sein Gegenüber unbeeindruckt auf die “friss-oder-stirb, ich werde mit 90.000 Dollar den Raum verlassen” Forderung besteht. Irgendwann realisiert der rationale Teilnehmer dann, dass sein Gegenüber es tatsächlich ernst meint und geht auf das Angebot ein. Von wegen: 10.000 Dollar sind besser als 0 Dollar, ich bin zwar übel erpresst worden, aber lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach etc. pp..

In diesem one-shot-game setzt sich der kompromisslose Akteur gegenüber dem rationalen Akteur durch, da der rationale am Ende bestrebt sein wird, zumindest die 10.000 Dollar zu retten. Gänzlich anders würde das Spiel ausgehen, wenn das Spiel wiederholt stattfinden würde. Der rationale Teilnehmer könnte auf die friss-oder-stirb Forderung mit einem Abruch des Spiels reagieren, da er im nächsten Spiel ja noch einen Kompromiss erzielen kann. Nach ein paar Runden wird dann sein kompromissloser Gegenspieler erkennen, dass sein Gegenüber ebenso beharrlich wie er selbst ist – und als Folge würden beide irgendwann eine neutrale Kooperation eingehen.

Bei den Nahost-Friedensverhandlungen ist man mittlerweile in Szene neun in der endlosen Tragödie um die Parzelle zwischen Mittelmeer und Jordan (Josef Joffe) angekommen. Robert Aumann geht davon aus, dass Israelis und Palästinenser unterschiedlich in die Verhandlungen gehen: Palästinenser gehen von einem Spiel mit mehreren Wiederholungen aus (Szene 10, 11, 12 usw.), während die Israelis von einem one-shot-game (Friede, endlich!) ausgehen, was natürlich dazu führt, dass am Ende niemals ein tragfähiger Kompromiss stehen wird, da beide nach unterschiedlichen Spielregeln agieren. Wenn, so Aumann, die Israelis sich auf die palästinensische Spielweise einlassen würden – also auf eine rasche Friedenslösung verzichten und stattdessen so verhandeln, als würde es weitere Runden geben, dann könnte tatsäch – vielleicht sogar in den derzeitigen Friedensverhandlungen – ein tragfähiger Kompromiss erzielt werden.

Unbedingt lesenswert: Wrong Move. The key to a lasting peace, argues Israeli Nobel Prize winner Robert Aumann, is not to insist on ‘peace now’

20th September
2010
written by Tobias Blanken

So stark will vermutlich nicht einmal die Kommunistische Plattform innerhalb der Linkspartei die Verfügungsgewalt über das Privateigentum einschränken.

Laut Haaretz können Palästinenser in Zukunft für den Verkauf von Land an Israelis mit dem Tode bestraft werden:

The sale of Palestinian land to Israelis is punishable by death, a Palestinian Authority court ruled on Sunday, in what Palestinian officials are saying is a necessary measure to ensure the founding of a future state.

Judge Ta’et At-Twil, according to a report by the Palestinian news agency Ma’an, ruled that selling, or attempting to sell, land to a foreign country was a criminal offense which could result in the death penalty.

Haaretz: PA court: Sale of Palestinian land to Israelis is punishable by death

22nd January
2009
written by Tobias Blanken

„Nimmt ein Jude oder nehmen alle Juden die hier angebotene Vorgabe an, kann es ihm oder ihnen nicht schlechter ergehen als jetzt. Und freiwillig Leiden zu erdulden, wird ihnen eine innere Stärke und Freude bringen wie es keine noch so hohe Anzahl von Bekundungen des Mitgefühls aus der Welt außerhalb Deutschlands vermag. [...] Die kalkulierte Gewalt Hitlers könnte sogar zu einem allgemeinen Massaker an den Juden führen als eine erste Antwort der Erklärung von Feindseligkeiten [seitens der USA, Großbritanniens und Frankreichs]. Könnte aber der jüdische Geist auf freiwilliges Leiden vorbereitet werden, könnte sogar das gedachte Massaker in einen Tag der Dankbarkeit und Freude darüber gewendet werden, dass Jehova die Rasse sogar aus den Händen des Tyrannen errettet hat. Für den Gottesfürchtigen hat der Tod keinen Schrecken.“

(Mahatma Gandhi 1938, zitiert nach der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung: Gandhi heute – aktuell oder unzeitgemäß?)

There is another side to the ledger. For millennia Jewish blood has been cheap, if not costless, throughout the Christian and Muslim worlds, where the Jew became the epitome of powerlessness, a perpetual punching bag and a scapegoat for whatever ills befell society. There is no reason, therefore, why Israel shouldn’t follow in the footsteps of these past generations, avoid antagonizing its Arab neighbors and exercise restraint whenever attacked. But no, instead of knowing its place, the insolent Jewish state has forfeited this historic role by exacting a price for Jewish blood and beating the bullies who had hitherto been able to torment the Jews with impunity. This dramatic reversal of history cannot but be immoral and unacceptable. Hence the global community outrage and hence the world’s media provision of unlimited resources to cover every minute of Israel’s “disproportionate” response, but none of the devastation and dislocation caused to Israeli cities and their residents.

(Prof. Efraim Karsh: What’s Behind Western Condemnation of Israel’s War Against Hamas? (via))

14th January
2009
written by Tobias Blanken

Alan Dershowitz im ZEIT-Interview:

Dershowitz: Was heißt Verhältnismäßigkeit? Für jede Hamas-Rakete darf Israel eine zurückfeuern? Jeder tote Israeli “erlaubt” einen toten Palästinenser? Nein, Verhältnismäßigkeit ist ganz einfach definiert: Was immer notwendig ist, um eine Aggression gegen die eigene Bevölkerung zu stoppen, das ist verhältnismäßig. Entscheidend ist nicht der konkrete Schaden, sondern das Risiko. Israel muss nicht warten, bis eine Rakete einen vollbesetzten Kindergarten trifft.
Zudem: Die UN sind absolut nicht objektiv, wenn es um Israel geht. Die UN haben nichts getan in Darfur oder in Ruanda, nichts gegen Fälle tatsächlichen Völkermords, aber mehr Resolutionen gegen Israel verabschiedet als gegen alle anderen Staaten der Welt zusammen. Die UN sind Teil des Problems, nicht die Lösung.

Das ganze Interview: “Israels Vorgehen ist angemessen”.

Siehe auch Spirit of Entebbe: Die UN, dein Freund und Helfer.

12th January
2009
written by Tobias Blanken

Should the Israeli army refrain from employing its technical supremacy and limit itself to the weapons that Hamas uses—that is to say, crude rockets and stones? Should it feel free to adopt the strategy of suicide bombers and the deliberate targeting of civilians? Or, better still, would it be appropriate for Israel to wait patiently until Hamas, with the help of Iran and Syria, is able to “balance” Israel’s firepower? Or might it be necessary to level the playing field regarding not only means but also aims? Hamas, unlike the Palestinian Authority, refuses to recognize the Jewish state’s right to exist and dreams of the annihilation of its citizens; should Israel match this radicalism?

André Glucksmann: On “Disproportion”.

9th January
2009
written by Tobias Blanken

Das Ziel ist nicht die Zweistaatenlösung; Hamas und Iran wollen Israel in der Tat »ausradieren«. Doch ist diese Endlösung bloß fernes Endziel. Hier und jetzt geht es um die Machtfrage in Mittelost – gegen Amerika, gegen Israel als seinen »Festlandsdegen«, gegen die sunnitischen Verbündeten der USA. Probates Mittel ist der Zermürbungs- und Demoralisierungskrieg. Was in westlicher Logik Wahnsinn ist, verwandelt sich im Kopf des Gotteskriegers in Rationalität – Bombardements, ja den Einmarsch zu provozieren ist Teil der Strategie. Je mächtiger die Zerstörung, desto höher der Sympathie- und Solidarisierungseffekt im Bilderkrieg – in Arabien wie im Westen. Das ist die Perfektion der Perversion: Israelis umzubringen ist gut; die eigenen Leute sterben zu lassen ist es auch.

Josef Joffe in der ZEIT: Logik des Wahnsinns.

Und in der WELT vertritt Michael Stürmer eine fast identische Position:

Es tobt ein Krieg der Bilder im Nahen Osten. Für die islamischen Milizen gilt: Je mehr Leid die Aufnahmen zeigen, desto besser. Die Stimmung in der gesamten Region soll sich gegen Israel wenden. Dahinter stehen vor allem die Interessen des Iran, der sich eine Vormachtstellung im Nahen Osten sichern will.

Michael Stürmer in der WELT: Im Gaza-Krieg geht es um die Macht des Iran.

7th January
2009
written by Tobias Blanken

The poverty and the death and the despair among the Palestinians in Gaza moves me to tears. How can it not? Who can see pictures of children in a war zone or a slum street and not be angry and bewildered and driven to protest? And what is so appalling is that it is so unnecessary. For there can be peace and prosperity at the smallest of prices. The Palestinians need only say that they will allow Israel to exist in peace. They need only say this tiny thing, and mean it, and there is pretty much nothing they cannot have.

Daniel Finkelstein: Israel acts because the world won’t defend it .

25th October
2008
written by Tobias Blanken

Oder: Warum nicht gleich der Hamas zum Fraß vorwerfen?

Wenn das Einstehen für Freiheit und Demokratie vom Staat geahndet wird:

A Swedish Migration Board employee with 20 years’ experience sued his employers alleging that he was demoted due to his pro-Israel political views [...]

Eriksson alleged that he was moved to a lower ranking position when his supervisor, Eugene Palmer, learned of his pro-Israel views expressed on his blog, Sapere aude!

“I want to defend freedom and democracy. I try to be humble and just. Therefore I must—as every good democrat must—defend Israel,” read a passage on Eriksson’s blog.

Palmer said at the time that after learning of the blog’s controversial contents he was not alone in questioning whether it was appropriate for someone with Eriksson’s position at the Board to publicly express opinions about such a sensitive topic.

Wie man sich politisch korrekt – d.h. karrierefördernd – in Schweden über den Nahost-Konflikt auslassen sollte verdeutlicht der Vertreter der Einwanderungsbehörde vor dem Gericht:

Staffan Opitz, representing the Migration Board at the hearing held at the district court in Mölndal, said during court proceedings on Friday, October 10th that Palestinian group Hamas should be considered a ‘liberation movement’. He added that its founder Yassin was a ‘Palestinian freedom-fighter’, according to a report in Dagen, a Christian website.

Mehr über die Groteske in dem hierzulande gerne als Vorbild verklärten Sozialstaat unter: Migration Board: ‘Hamas is a liberation movement’

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