Posts Tagged ‘Palästinenser’
Aus dem Newsletter der israelischen Botschaft:
In Übereinstimmung mit dem Transferabkommen kam am Donnerstagnachmittag der erste Tanklastzug aus dem Gaza-Streifen, um Treibstoff für die UNRWA zu beziehen. Zehntausende Palästinenser blockierten jedoch die Hauptzufahrtswege zu dem Depot, verhinderten die Zufahrt des Tankwagens und somit die Treibstoffversorgung. [...]
Es ist unsere Hoffnung, dass die Palästinenser den Tanklastzügen morgen erlauben werden, das Treibstoffdepot zu erreichen und die UN-Organisationen, die sich um die Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen kümmern, zu versorgen. [...]
Oberst Press hat die Palästinenser dazu aufgerufen, Treibstoff vom palästinensischen Depot bei Nahal Oz zu beziehen und ihn für jene verschiedenen humanitären und zivilen Zwecke einzusetzen, für die er bestimmt ist.
In der WELT fasst Clemens Wergin die palästinensischen Attacken gegen die Versorgung des Gazastreifens zusammen:
Denn die radikalen Palästinenser in Gaza [...] haben in den vergangenen Tagen und Wochen eine Reihe von Angriffen gestartet, die eigentlich nur einen Schluss zulassen: Sie wollen Israel zwingen, Lieferungen in den Gazastreifen einzustellen, um so tatsächlich eine humanitäre Krise herbeizuführen.
Sowohl der Terrorangriff auf das israelische Treibstofflager Nahal Oz wie an diesem Wochenende der Angriff auf den Grenzübergang Kerem Schalom dienen nur einem Ziel: die Versorgungslinien des Gazastreifens zu kappen oder deren Funktionsfähigkeit zu beschädigen. Schließlich ist Nahal Oz das einzige Terminal, von dem aus Treibstoff in den Gazastreifen gepumpt wird. Und über Kerem Schalom können nicht nur palästinensische Bauern ihre Produkte ausführen, hier werden auch die Transporte von Hilfsgütern und Medikamenten abgewickelt, die Gaza mit dem Notwendigsten versorgen.
Mehr unter: Die Geiseln der Extremisten
Auf der Webseite der Tagesschau beklagt sich Nasser Laham, Chefredakteur der palästinensischen Zeitung Ma’a, über israelische Spezialeinheiten, die sich bei ihren Operationen im Westjordanland als Araber verkleiden. Und zwar mit folgenden Worten:
“Wir wissen nicht, wer sie sind. Sie ziehen sich wie Araber an, sie haben ein Palästinensertuch auf dem Kopf, sie sind bewaffnet und richten die Waffen auf dich. Du weißt nicht, was du machen sollst. Wenn du fliehst, schießen sie. Wenn du stehen bleibst, weißt du nicht, was sie tun werden. Das hat gar nichts damit zu tun, ob du bewaffnet bist oder nicht.”
In Italien tobt ein scharfer Streit darüber, ob Israel als Ehrengast zu der Buchmessen in Turin eingeladen werden soll. Neben den üblichen Verdächtigen – Politiker von linksextremen und pro-arabischen Gruppen – meldet sich auch Tariq Ramadan zu Wort, der hierzulande gerne als “Dialogpartner” mit der islamischen Welt hingestellt wird:
Der islamische Fundamentalist Tariq Ramadan, der im vergangenen Jahr bei der Turiner Buchmesse aufgetreten war, rief die arabischen Intellektuellen sowohl zum Boykott der Turiner als auch der Pariser Messe (Salon du Livre vom 14.-19. März) auf, die ebenfalls Israel als Ehrengast geladen hat.
So der Hauptverband des österreichischen Buchhandels. Immerhin bezeichnet der Hauptverband Tariq Ramadan als islamischen Fundamentalisten – eine passende Bezeichnung für jemanden, der gerne mal sein Geld an Hamas-nahe Hilfsorganisationen spendet und daher auch folgerichtig kein Einreisevisum mehr für die USA bekommt. Weiter heißt es in dem Artikel, dass man in Turin jetzt darüber debattiert, ob man gleichzeitig der palästinensischen Literatur einen besonderen Platz auf der Messe zuweisen soll. Da stellt sich mir nur die Frage, was für Literatur gemeint ist. Die palästinensische Ausgabe der Protokolle der Weisen von Zion mit einem Vorwort von Ismail Hanija? Oder der Ratgeber für alle angehenden palästinensischen Politiker Wie reite ich mein eigenes Volk so richtig in die Scheiße – und lasse hierzu keine sich bietende Gelegenheit aus? Oder macht man ein auf Knigge reloaded und präsentiert den Koran – der Mercedes unter den Benimmbüchern (Titanic)? Turin und Paris sind Modemetropolen, da könnte man auch sehr gut dem palästinensischen Frühlings- Sommer- Herbst- und Winteraccessoires schlechthin ein literarisches Denkmal setzen: Wie trage ich den Sprengstoffgürtel wirklich lässig? Oder man bedient die Sachbuchecke mit Klassikern wie Der Kassambau für den palästinensischen Hausgebrauch.
Nachtrag: Auch auf der WELT findet sich jetzt ein Bericht; auf Spirit of Entebbe gibt es unter dem Titel Das Blöken der Lämmer ein Kommentar zu der skurrilen Chose.
Nachtrag 2: Der oben zitierte Absatz wurde geändert. Nun heißt es auf der Seite des Hauptverbandes des österreichischen Buchhandels nur noch:
Vonseiten islamischer Fundamentalisten gibt es Boykottaufrufe sowohl für die Turiner, als auch für die Pariser Messe (Salon du Livre vom 14.-19. März), die ebenfalls Israel als Ehrengast geladen hat.
Wie man die Zukunft der eigenen Kinder erfolgreich zerstört demonstriert dieser Mob:
and here’s the last five – it’s educational – it’s educational – it’s educational – it’s educational – it’s educational.
(Pixies – U-Mass)
In der taz packt ein Idealist aus:
35 Jahre lang war Wolfgang Schenk Hauptschullehrer in Berlin. In dieser Zeit ist aus dem linken Idealisten ein erbitterter Kritiker der Schulpolitik geworden.
und auf Spirit of Entebbe wird Klein-Adnans Hausaufgabenheft wiedergegeben:
MATHEMATIK
Auf der Konferenz von Paris haben die 90 Geberländer der Palästinensischen Autonomiebehörde bis 2010 7,4 Milliarden Dollar zugesagt. Eine Patrone für eine MP kostet etwa 35 Cent. Wie lange kann die Intifada weitergehen, wenn Hamas, Islamischer Djihad und Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden jeden Tag etwa 800 Patronen verbrauchen, Geballer bei Hochzeiten nicht eingerechnet?
ENGLISCH
Nachdem wir sechs Jahre lang den Satz „We are suffering!“ geübt haben, arbeiten wir nun an der korrekten Aussprache des P. Zum Ende der Oberstufe solltest du in der Lage sein, Palestine statt Balestine zu sagen.
Den kompletten Beitrag Büffeln für Balestine gibt es hier.
Ungefähr 57 Milliarden Euro gibt die Europäische Union jährlich für die Landwirtschaft aus. Das ist rund die Hälfte des europäischen Gesamtbudgets. Die Folgen der Subventionen dürften mittlerweile jedem (so er nicht finanziell davon lebt, es nicht zu wissen) bekannt sein: Der notwendige Strukturwandel wird verschleppt, Schwellen- und Entwicklungsländer werden erfolgreich aus dem Agrarmarkt gedrängt und die Wohlstandsverluste aufgrund von gescheiterten Welthandelsrunden nehmen jährlich zu.
Bisher ging ich daher immer davon aus, dass es gar nicht möglich ist, EU-Gelder auf kontraproduktivere Weise zu verpulvern. Aber da habe ich mich eindeutig getäuscht.
Da deutsche Nahostbeobachter zwanghaft die deutsche Geschichte in den Nahostkonflikt projizieren, möchte auch ich hier nicht im Abseits stehen. Daher mein Hinweis auf die Abstimmung mit den Füßen:
Thousands of Palestinians apply for Israeli citizenship
Intensive talks over division of Jerusalem has prompted its Palestinian residents to make a move once considered the ultimate treason.
Den ganzen Artikel auf Ynetnews gibt es hier.
Nachtrag: Ingo Way hat in diesem Zusammenhang wahrhaft revolutionäre Tendenzen auf palästinensischer Seite ausgemacht: Wenn’s drauf ankommt, wissen sogar die Palästinenser die richtigen Prioritäten zu setzen.. Wenn dies Schule machen sollte – funktionierende Müllentsorgung anstelle von Selbstmordattentaten, Bildungsprogramme statt Kassams – dann können in Annapolis tatsächlich Vereinbarungen geschlossen werden, die erstmals mehr wert sind, als das Papier, auf dem sie geschrieben stehen.
