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14th December
2008
written by Tobias Blanken

Ich kann gar kein Antisemit sein, denn ich bin Semit.

(Jamal “die allmächtige zionistische Lobby” Karsli)

Letzte Woche dachte ich ja noch, dass diese verquere Logik nicht mehr zu toppen ist. Aber da habe ich mich wohl geirrt. Auch dachte ich immer, dass die Selbstinszenierung von nationalistischen und revanchistischen Österreichern, die ihr Land als “erstes Opfer des Nationalsozialismus” darstellen, an Absurdität nur schwer übertroffen werden kann.

Aber dann bin ich über diesen Artikel in der Readers Edition gestolpert, in dem der Leser erfahren kann, dass a) der normale Deutsche natürlich – niemals – ein Antisemit gewesen ist und b) der Holocaust eigentlich dem deutschen Volk gegolten hat. Selbstverständlich haben es die Juden auch zu verantworten, wenn man sie anstelle der Deutschen vernichtet hat – schließlich haben sie durch ihren “Absolutheitsanspruch” den Nazis ein ideales Motiv gegeben. Aber lassen wir die Readers Edition doch einfach zu Wort kommen:

Ich persönlich glaube nicht, dass der normale Deutsche jemals einen Konflikt mit Semiten hatte, gestern nicht und heute auch nicht. Spätere und neue Aufarbeitungen des Holocaust jedoch werden zeigen, dass die Vernichtung der Juden im Dritten Reich, nichts weiter waren, als ein übliches diktatorische Mittel der Freundfeindaufteilung über die Vogelfreierklärung einer Minderheit im eigenen Land.

Besonders geeignet hierfür war die jüdische Religion mit ihrem Anspruch auf den wahren Gott. Denn sie besagt: Wer kein Jude ist, ist ungläubig. Hier besteht Absolutheitsanspruch. Die Nationalsozialisten haben dies geschickt verwendet, um ihr eigenes Volk zu unterdrücken, insoweit, als sie vermittelten: bist du gegen uns, dann geht es dir wie den Juden.

Und, wozu diese geistigen Verrenkungen? Genau: Die armen, unschuldigen Deutschen werden unterdrückt, damit die Juden weiterhin die “semitischen Araber” diskriminieren können: Besonders brisant wird die Auslegung des Begriffs Antisemitismus neuzeitlich in Bezug auf die Juden in Israel werden, hinsichtlich semitischen Araber die dort ganz offensichtlich diskriminiert werden. Hier werden die Juden an einen Konflikt zwischen Vergangenheit und Gegenwart stoßen, der zeigen wird, dass Antisemitismus kein dauerhaftes Schuldgefühlprogramm ist, das man den Deutschen auf ewig unterstellen kann. Die National-Zeitung und Jamal Karsli hätten es nicht besser formulieren können.