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Aus der SZ vom 21.07.2010:
Süßholzraspler + Araber = Vergewaltiger?
Ein Gerichtsurteil erregt in Israel die Gemüter: Ein Araber wurde wegen Vergewaltigung verurteilt, weil er sich vor dem einvernehmlichen Sex mit einer Israelin als Jude ausgegeben hatte.
Verteidiger Aladdin sieht den Fall anders. Die junge Frau habe bei der Anbahnung des Kontaktes zu Kaschur auch nicht von Anfang an immer die Wahrheit gesagt. Später habe sie seinen Mandanten sogar wegen Vergewaltigung im klassischen Sinn angezeigt, sagt der Anwalt. Das habe sie dann vor Gericht revidieren müssen. Am Ende stand Kaschur nicht mehr wegen Vergewaltigung, sondern Vergewaltigung mit Täuschung vor Gericht. Aladdin fügt hinzu: “Warum wird eigentlich nur der Mann verurteilt, wenn zwei Erwachsene Vorspiel und Sex haben und ein paar Lügen erzählen, damit sie zusammenkommen können?”
Das “Qualitätsmedium” SZ steht hier nur exemplarisch für abertausende von deutschen und internationalen Medien, die über den Fall mit mehr oder minder versteckter Häme berichtet haben. Von wegen: Jaja, was ist denn das für ein rassistisches Opfer (haha)! Und erst die israelische Rechtssprechung! Verurteilen einen Araber, nur weil er vor dem einvernehmlichen Sex behauptet hat, ein Jude zu sein! Das ist der israelische Apartheidstaat!
Mideast Youth, heute:
This July, Israeli and world media enthusiastically covered a peculiar verdict issued by an Israeli court, sentencing a Palestinian man to 18 months in prison for impersonating a Jewish bachelor and under that guise convincing a Jewish woman to have consensual sex with him. The accusations of racism were flung forcefully at the woman and the Israeli judiciary, despite the focus of the verdict on the marital status of the man and not his race. “All men should be jailed if lying is a crime”, commentators chirped. The media didn’t bother asking why Kashur was initially charged with non-consensual rape, and why he agreed to the plea bargain.
Last week, Haaretz daily published a long expose on the matter (my full translation below), revealing what was behind the plea agreement. The report shows, that the victim, B., was raped by her father since she was six-years-old, and was later forced into prostitution by him. At the time of the rape, B. was staying in a women’s shelter after another sexual assault by her father. According to B.’s testimony, first revealed in the Haaretz report, after Kashur claimed that he was a Jewish bachelor, he enticed her to come into a stairwell in a Jerusalem building, where he brutally raped her. B. was left bleeding, beaten up and half naked by Kashur.
Mideast Youth: “Rape by deception” turns out to be brutal rape of a vulnerable and abused woman
Man darf heute getrost behaupten, dass SZ-Kommentare maßgeblich auf Phantasmen beruhen.
Sein Vorgänger, General Stanley McChrystal, feuerte sich quasi selbst aus dem Kommandostuhl, indem er ein allzu knackiges Interview gab, in dem er den Präsidenten und seine Entourage lächerlich machte.
Man darf heute getrost behaupten, dass McChrystal seine Worte sehr genau gewählt haben muss. Er ist Soldat, und ein Soldat lässt sich lieber wegen einer politischen Unbotmäßigkeit feuern, als dass sein Name mit einem ruhmlos beendeten Krieg in Verbindung gebracht wird.

In der Außenpolitik beschränkt sich das Land immer mehr auf eine verwaltende Funktion. Modern ist gerade die Einsicht, dass man den Terror nicht ändern wird und sich deshalb wieder auf staatliche Bedrohungen konzentrieren solle. Die Formel steht für einen neuen, resignierten Isolationismus.
Genauso wenig wie andere Völker werden sich die Afghanen ihre Werte von außen diktieren lassen.
(Aus dem Szenemagazin für autochthone Volkskultur)
Selbst die Süddeutsche kann es nicht mehr ignorieren:
Ein anderer Name dürfte derweil für die Taktik stehen, mit der Washington künftig in den Schluchten des Hindukusch vorankommen will: David Petraeus. Der Vier-Sterne-General, inzwischen der Chef des US-Zentralkommandos, gilt als Vater von Amerikas spätem Erfolg [!] im Irak. Petraeus will, getreu seinem Lehrbuch zur erfolgreichen Aufstandsbekämpfung, mit mehr amerikanischen Soldaten in Afghanistan erneut in die Schlacht ziehen. Mehr Bodentruppen verheißen, zumindest vorübergehend, mehr Blutvergießen – aber hoffentlich weniger blindes Bomben per Drohnen wie bisher.
Der Irak als Lektion für Afghanistan: Obama mag es nicht so sagen, aber er wird es tun. Er will, um seinen guten Krieg zu gewinnen, jetzt vom schlechten Krieg das Siegen lernen.
Aus: Obamas Engagement für Afghanistan – Amerikas guter Krieg.