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Gegen die Süddeutsche prozessiert Grass wegen der Behauptung des Blattes, das Dritte Reich habe etwas mit dem “sogenannten Rassismus” zu tun. Er, Grass, wisse ganz sicher, daß dieser “sogenannte Rassismus” eine Erfindung der Amerikaner sei, die sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg als “ein weiteres der fundamentalen Verbrechen dieser ruchlosen Nation im letzten Jahrhundert” manifestiert habe.
(Titanic – Günter Grass kurz vor dem Endsieg)
Der mittlerweile einundachtzigjährige Literaturnobelpreisträger war als Siebzehnjähriger für einige Monate bei der Waffen-SS und hatte diese Episode seines Lebens bis zu seiner autobiographischen Erinnerung “Beim Häuten der Zwiebel” verschwiegen. Darüber brechen viele Blogger, Journalisten, Satiriker und Politiker den Stab. Dabei geht ihnen offensichtlich zunehmend ein inneres Koordinatensystem ab, das zu einer zielsicheren Bewertung führt, was eine Nachricht wirklich wert ist.
Dank der Gnade der späten Geburt urteilen die oben zitierten Satiriker der Titanic von einem warmen Schreibtisch in der zentralgeheizten Redaktion über einen Siebzehnjährigen, der im NS-System eine bescheidene Karriere gemacht hat, indem er die unumgänglichen Schulungen nicht mit Abscheu von sich wies! Grass ist tatsächlich brav zur Waffen-SS gegangen, statt heldenhaft den Wehrdienst zu verweigern! Und zwar weil Grass die Waffen-SS in seiner Jugend nach eigenen Angaben „als kosmopolitische [9] Eliteeinheit“ und „die doppelte Rune am Uniformkragen“ als „nicht anstößig“ [10] empfand.
Das Unmaß aller Dinge ist aber der polnische Politiker Lech Wałęsa. Er ist noch nicht einmal ein Deutscher, urteilt aber darüber, wie Deutsche sich verhalten haben sollten. Dabei kann er schon aufgrund seiner Abstammung gar nicht wissen, wie es ist, wenn man als Deutscher in Nazi-Deutschland aufgewachsen ist. Wie schön für Herrn Wałęsa, sich seiner Widerständigkeit in einem System, das er nie erdulden musste, aber wo möglich für den besseren Staat hielt, so sicher zu sein.
Auch ist es nicht verwunderlich, dass die Kampagnenmacher von der CDU/CSU und der Jungen Union harte Kritik üben. Denn die CDU will endlich ungestört mit der DVU koalieren können und zwar bundesweit. CDVU, ick höre dir trapsen. Auch wird munter gemutmaßt, warum Grass “noch” 1944 in die SS eintrat. Als ob damals zu erahnen gewesen wäre, dass die Nazi-Diktatur ein Jahr später besiegt wurde – hier sei nur das Stichwort Wunderwaffe V2 genannt.
Nee, bevor ich über Blockflöten-Tätigkeit, Waffen-SS Mitgliedschaft, Sklavenhalter und andere Scheusale urteile, sollte ich mir die Frage stellen, ob ich selbst in einer vergleichbaren Situation zum Helden getaugt hätte? Ob ich den Versuchungen widerstanden hätte, Privilegien einzustreichen oder meiner Familie Vorteile zu verschaffen? Ob ich auf eine berufliche Karriere verzichtet hätte? Ob ich einem Erpressungsversuch staatlicher Willkür widerstanden hätte?
Absurder Text? Ja, allerdings.
Der Berliner Kurier ist schwer empört. Ich für meinen Teil bin dann doch ehr schwer belustigt.
„Ich hatte sie nur gebeten, ihre Hörgeräte leiser zu stellen“, sagt Mustafa P., das Opfer, „und nicht den Eingang zur Rolltreppe zu blockieren. Ein Wunder, daß ich noch lebe!“
Ganz Deutschland fragt: Warum bekommt der Staat senile Intensivstationstäter nicht in den Griff? TITANIC fragte Prof. Dr. Derek Scholz von der Universität Hof (71), einen der renommiertesten Altertumsforscher Deutschlands. Er war Vorsitzender des König-Ludwig-Fanclubs und Chef der Drei Stooges. Seine Analyse: „Das Risiko für alte Gewaltstraftäter, gefaßt und erschossen zu werden, ist einfach zu gering. Sie kommen immer wieder mit Fernsehverbot und Diabetes davon – was bei vielen den fatalen Eindruck erweckt, man könne ihnen gar nichts. Alte Straftäter lachen oft über den Staat und seine vermeintlich schlappe Justiz: Wer noch selber Partisanen aufgeknüpft hat, hat natürlich keine Angst vor Hausverbot im Dallmayr-Café.“ Scholz empfiehlt bei der Ahndung von Straftaten den Grundsatz: „Wer nicht hören kann, muß fühlen. Spätestens nach dem dritten Vorfall gehören straffällige Senioren dahin, wo sie keinen Schaden anrichten können: in die Programmkommission des ZDF oder die Ressortleiterkonferenz der Zeit.“ Hilft das nicht, müsse auch eine Abschiebung in Betracht gezogen werden: ins Pflegeheim oder Sterbehospiz.
Ein würdevoller Abschied von der TITANIC für eine unerquickliche Debatte: „Greise Straftäter lachen über den Staat“
Da probiert man den vorherigen Post bei Google aus und dann findet man sowas:
Mr. Weltner thinks it was the Zionists who sank the Titanic because Iceberg sounds like a Jewish name.
(Google)