Posts Tagged ‘Weekly Standard’

23rd November
2008
written by Tobias Blanken

Alright, we got white pussy, black pussy, spanish pussy, yellow pussy. We got hot pussy, cold pussy. We got wet pussy. We got smelly pussy. We got hairy pussy, bloody pussy. We got snapping pussy. We got silk pussy, velvet pussy, naugahyde pussy. We even got horse pussy, dog pussy, chicken pussy.

(Cheech Marin – From Dusk Till Dawn)

Steige gerade von meinem Firefox-Feedreader auf den Google Reader um. Bin bisher recht zufrieden; das Importieren von Feeds ist sehr komfortabel, man kann sehr einfach Kategorien (z.B. öffentlich – privat) verteilen und Empfehlungen von Freunden lesen. Ok, die Empfehlungen von Freunden haben mir etwas Angst gemacht, da meine Lieblingsdatenkrake Google gleich zu Beginn 172 Empfehlungen von Freunden angezeigt hat – dem Googlemail-Adressbuch sei Dank.

Beim Importieren habe ich ein wenig an den Feeds rumgespielt und mich gewundert, was bei Feeds so alles geht und was alles noch nicht geht. Bei WordPress war ich überrascht, wie individuell man die Abonnements gestalten kann. Einfach nur ein &feed=rss hinter die jeweilige URL anhängen und man hat den Feed. Vollkommen egal, ob es sich um eine Kategorie oder einen Tag oder was auch immer handelt. Man lernt ja nie aus.

Bei der ZEIT kann man – die Funktion ist richtig schön tief versteckt – die Feeds einzelner Autoren abonnieren. Z.B. die von Josef Joffe, Jörg Lau oder Jürgen Krönig. Bei der New York Times gibt es die Funktion auch. Habe mir erstmal William Kristol und Thomas L. Friedman abonniert.

Was mich aber gewundert hat: Diese Funktion gibt es bei anderen Nachrichtenseiten nicht. Dachte mir: Das einzig lesenswerte von SPIEGEL ONLINE sind die Artikel von Claus Christian Malzahn und Reinhard Mohr. Aber eine simple Autoren-Abonnement-Funktion ist bei SPIEGEL ONLINE nicht vorgesehen. Ähnlich sieht es bei der WELT aus. Die Usual Suspects Posener, Herzinger und Stein kann man nicht abonnieren. Dabei sehen sich beide Seiten mit ihren überbordenden Kommentarfunktionen als Web 3.0 (mindestens) Vorreiter. Ähnlich sieht es beim Commentary, beim Weekly Standard und den Foreign Affairs aus. Schade.

20th December
2007
written by Tobias Blanken

Der Preis für das Revival der Realpolitik nach Annapolis wird nicht nur vom Libanon bezahlt, wie man im Weekly Standard nachlesen kann:

Consciously or not, Rice signaled where America’s real priorities lie–not with protecting a fledgling democracy in Beirut from the terrorist state next door, but in trying to reward a society that breeds terrorism within its own state.

It seems that in the end, Bashar al-Asad and his family will pay no price for their murderous campaign against a U.S. ally. That is to say, insofar as the White House’s post-9/11 freedom agenda was meant to counter violence and extremism, it is Osama bin Laden’s vision of the Middle East that has won the day in Lebanon–not freedom, sovereignty and independence, but terror and death.

Sondern auch von den Syrern, die sich nicht mit Assads tyrannischem Baath-System abfinden wollen:

Syriens Behörden sind in den letzten Wochen verschärft gegen Regimekritiker vorgegangen. Seit Anfang Dezember sind mindestens sieben Dissidenten festgenommen worden. Sie alle gehören zu den Unterzeichnern der sogenannten “Damascus Declaration”, einer gemeinsamen Erklärung kommunistischer, nationalistischer, liberaler und kurdischer Gruppen, die im Oktober 2005 veröffentlicht wurde.

Mehr über die Folgen auf dem Naher und Mittlerer Osten Blog unter Syrien geht gegen Oppositionelle vor.

12th December
2007
written by Tobias Blanken

Etliche Kommentatoren haben sich in den vergangenen Tagen darüber ausgelassen, was in dem Geheimdienstbericht National Intelligence Estimate (NIE) steht. William Kristol hat sich dagegen im Weekly Standard damit beschäftigt, was nicht in dem Bericht steht:

What highly significant word is nowhere to be found in the declassified summary of the National Intelligence Estimate (NIE) on Iran’s nuclear intentions and capabilities? Iraq.

When did Iran (apparently) stop its nuclear weapons program–as distinct from its “civil” program of uranium enrichment, which of course is proceeding apace? In the fall of 2003. [...]

Why did Iran stop its nuclear weapons program? [...]

Much as the U.S. intelligence community, the IAEA, and the EU might prefer to forget it, we did overthrow Saddam Hussein in April 2003. As Rosett puts it, that “was the year in which Saddam Hussein became Exhibit A of the post-Sept.-11 era for what could happen to terror-linked tyrants who ignored America’s demands that they abjure weapons of mass murder.”

Did anyone notice? Muammar Qaddafi did. Libya, in late 2003, gave up its nuclear weapons program (which was, incidentally, more advanced than the IAEA believed) and invited U.S. experts in to dismantle it.

Perhaps Iran’s mullahs also noticed. Perhaps they noticed, too, a large U.S.-led military force just across their border.

In eine ähnliche Kerbe schlägt Christopher Hitchens in seiner Kolumne „Fighting Words“, welche regelmäßig im Slate Magazine erscheint. Der aktuelle Beitrag (Abolish the CIA) wurde von Alan Posener heute auf der DIE WELT ins Deutsche übersetzt. Ähnlich William Kristol sieht auch Hitchens das (angebliche) Anhalten des iranischen Atomprogramms als einen Erfolg des Irakkrieges an; in seinen Schlussfolgerungen geht er aber noch deutlich weiter:

Dass George W. Bush vom Geheimdienstbericht über die nuklearen Ambitionen des Iran nur wenige Tage vor uns Normalsterblichen erfuhr, erscheint auf geradezu groteske Art unglaublich. Sein unglücklicher Gesichtsausdruck legt aber den Gedanken nahe, dass er vielleicht die Wahrheit gesagt hat. Denn wenn seine Regierung seit längerem gewusst hätte, dass die Mullahs im Jahre 2003 bei ihrem Atomprogramm auf den Halteknopf gedrückt haben, hätte sie etwas behaupten können, was überdies vermutlich wahr ist: dass nämlich der Sturz Saddam Husseins die Iraner ähnlich beeindruckt hat, wie es die Libyer beeindruckt hat, so dass sie zumindest darüber nachgedacht haben, ob sie weiterhin den Vertrag über die Nichtweitergabe von Atomwaffen mit Füßen treten wollen.

Die Folgen des Versuchs der Geheimdienste, Politik zu machen (und eben nicht die Politik zu informieren, wie es ihre Aufgabe wäre) sieht Hitchens als desaströs an:

Warum haben also unsere Nachrichtendienste den verlogenen iranischen Theokraten einen Persilschein ausgestellt, womit sie gleichzeitig – und mit kaum verhüllter Schadenfreude – den Präsidenten öffentlich bloßgestellt und seine Außenpolitik hintertrieben haben? Denn es wird ja nicht der immer nur hypothetisch anvisierte Militärschlag gegen den Iran durch den Bericht unmöglich gemacht, sondern jeder konzertierte diplomatische und wirtschaftliche Druck auf das Regime. Der Versuch, im Sicherheitsrat die notwendigen Stimmen für schärfere Sanktionen zu bekommen, der kurz vor dem Erfolg stand, ist nun klinisch tot. Tolle Arbeit, Jungs. Wie heißt es doch? Ihr schützt uns, während wir schlafen?

Als Konsequenz fordert Hitchens, dass man den CIA doch bitte abschaffen sollte, da sich schon in der Vergangenheit viele Informationen als fehlerhaft oder schlichtweg falsch herausgestellt haben:

Nach jener grotesken Vorhersage, die Sowjetunion werde weiterhin blühen und gedeihen, schlug der inzwischen verstorbene Senator Patrick Moynihan vor, die CIA abzuschaffen. Es wird Zeit, seinen Vorschlag wieder aufzugreifen. Das System ist nicht bloß nutzlos – es ist eine Gefahr für die Allgemeinheit. Wir müssen den ganzen Laden zumachen und von vorn anfangen.

Damals hielt es sich um ein Irrtum zu unseren Gunsten – der CIA lag voll daneben, der Ostblock ist entgegen den Vorhersagen zusammengebrochen. Wenn die Geheimdienste diesmal – mal wieder! – falsch liegen, dann wäre es nicht ein Irrtum zu unseren Gunsten, sondern das komplette Gegenteil: Mullahs mit Atomwaffen. Willkommen im 21. Jahrhundert.

Hitchens Artikel Schafft die CIA endlich ab! findet man hier.